Smartphones können Kinder laut Studie krank machen

Eltern sollten gut überlegen ob ihr Kind schon reif für ein Smartphone

Kicken statt Klicken, Paddeln statt Daddeln: Geht es nach Experten, sollten Smartphones für Kinder weniger wichtig sein als Sport und Spiel im Freien. Das hat oft gravierende Folgen: Die Kinder werden zappelig, leiden unter Konzentrationsstörungen und sind in ihrer Sprachentwicklung gestört. 79 seiner Kollegen haben im vergangenen Jahr in 15 Bundesländern 5600 Patienten untersucht und sie mit ihren Eltern gefragt, wie sie Smartphones und Tablets nutzen.

Tägliche Tablet- und Smartphonenutzung kann bei Kindern verstärkt zu Problemen wie Konzentrationsschwäche, Sprachlern-Störungen oder Hyperaktivität führen. Das geht aus Studie hervor, bei der mehr als 5500 Kinder und Eltern zum Thema befragt wurden. Für einen Zusammenhang zwischen Fütter- und Einschlafstörungen bei Säuglingen und der Nutzung digitaler Medien der Eltern habe der beauftragte Kölner Medizinökonomie-Professor Rainer Riedel "signifikante Hinweise" gefunden. "Kinder trinken nicht richtig, sie schlafen schlecht", sagte die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) bei der Vorstellung der Daten.

Demnach gelten in Deutschland mittlerweile 600 000 Jugendliche und junge Erwachsene als internetabhängig und zweieinhalb Millionen als problematische Internetnutzer. "Sechs Prozent der 12- bis 17- Jährigen in unserem Land sind definitiv behandlungsbedürftig", sagte Mortler.

Uwe Büsching vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte äußerte sich besorgt über das mangelnde Problembewusstsein vieler Eltern.

Kinderarzt Büsching empfiehlt deshalb klare Regeln: Fernsehen bis zum sechsten Lebensjahr nur in Begleitung, kein eigenes Handy vor dem zwölften Geburtstag. "Gerade, wenn das Verhalten oder die Entwicklung auffällig ist, sollte immer auch ein unangebrachter Umgang der Eltern wie der Kinder mit Medien in Betracht gezogen werden". Wichtig sei, dass Kinder nicht unbeaufsichtigt im Internet surften und dass es eine automatische Abschaltfunktion nach einer bestimmten Dauer gebe.

Aus Sicht der Ärzte darf es aber nicht so weitergehen: Der richtige Umgang mit digitalen Medien müsse "frühzeitig kontrolliert geübt werden", sagte Studienautor Riedel. Das könne die Minderjährigen vor Mobbing schützen. Achten müssten Mütter und Väter auch auf handyfreie Zonen, etwa bei den Mahlzeiten. "Kicken statt Klicken" könne etwa das Motto lauten, wenn Kinder gern Fußball spielen.

Die Studienergebnisse zeigen außerdem, dass auch Kinder im Alter zwischen acht und 13 Jahren "digitale Fürsorge" benötigen, wie die Drogenbeauftragte Mortler sie von Seiten der Eltern, Schulen und auch der Politik fordert.

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