Menüs aus Alu-Schalen können viel Aluminium enthalten

Yvonne Bogdanski

"Angesichts der ohnehin vorhandenen Belastung mit Aluminium in der Bevölkerung sollte eine Minimierung jedes vermeidbaren, zusätzlichen Eintrags angestrebt werden". Das hat eine Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ergeben.

Die Messergebnisse zeigen trotz der begrenzten Zahl der untersuchten Proben, dass insbesondere beim Warmhalten Aluminium-Ionen aus den Schalen auf saure Lebensmittel übergehen. Weitere Untersuchungen mit salzhaltigen Speisen seien geplant. Diese wurden mit einem Verfahren, das im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung eingesetzt wird, das sogenannte "Cook and Chill"-Verfahren, zubereitet: Zuerst wurden die Speisen heiß abgefüllt, dann schnell abgekühlt, kühl gelagert, wieder erhitzt und anschließend warm gehalten".

Untersucht wurde der Übergang von Aluminiumverbindungen aus vier unbeschichteten Aluminium-Menüschalen in die Lebensmittel Sauerkrautsaft, Apfelmus und passierte Tomaten. Das Verfahren wird häufig für die Essensversorgung in Kindertagesstätten, Schulen oder Kantinen angewandt. "Dies gilt vor allem für empfindliche Verbrauchergruppen wie Kleinkinder oder Senioren, die unter Umständen täglich Speisen verzehren, die in Aluminiumschalen warmgehalten werden", sagt Andreas Hensel. Die Ergebnisse ließen sich aber verallgemeinern, da das Phänomen materialspezifisch sei, so das BfR. Bei allen Proben wurde der Freisetzungsgrenzwert des Europarates "erheblich überschritten".

Von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wird empfohlen, nicht mehr als ein Milligramm (mg) Aluminium je Kilogramm Körpergewicht aufzunehmen.

Aluminiumverbindungen sind ein natürlicher Bestandteil des Trinkwassers und vieler unbehandelter Lebensmittel, wie beispielsweise Früchte und Gemüse. In einer Studie 2014 war das BfR zum Schluss gekommen, dass Aluminiumsalze aus aluminiumhaltigen Deodorants und Kosmetikartikeln durch die Haut aufgenommen werden können und die regelmäßige Benutzung über Jahrzehnte möglicherweise zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen beitragen könnte.

Wie das BfR in einer Stellungnahme erläutert, waren die getesteten Alu-Schalen mit dem Hinweis gekennzeichnet, dass sie nicht für den Kontakt mit säure- und salzhaltigen Lebensmitteln geeignet sind.

Aus Sicht des BfR wäre dadurch die Wahrscheinlichkeit, den Wert zu überschreiten, "deutlich erhöht".

Gesunde Menschen scheiden Aluminium mit dem Urin aus. Das Leichtmetall kann sich aber im Laufe des Lebens in Lungen und Skelettsystem anreichern.

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