US-Sprecher Sean Spicer findet Äußerungen der deutschen Kanzlerin "großartig".

G7-Gipfel auf Sizilien

Trump legte unterdessen per Twitter mit Kritik an Deutschland wegen des Handelsüberschusses und zu geringer Ausgaben für die NATO nach. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz forderte bereits eine EU-Verteidigungsunion.

Es geht um einen Satz, den Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntagnachmittag bei einer Bierzeltrede bei einer Veranstaltung der CSU in München-Trudering gesagt hat: "Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück weit vorbei und deshalb kann ich nur sagen, wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in die eigene Hand nehmen". Dietmar Bartsch (Linke) erklärte: "Es ist lange überfällig, eine eigenständige Politik gegenüber der Administration von Donald Trump durchzusetzen".

Trump wirft Deutschland seit dem Wahlkampf vor, sich mit unfairen Handelspraktiken ein Übergewicht im Handel mit den USA verschafft zu haben. Am Sitz der Verteidigungsallianz mussten sich die wie Schulkinder aufgereihten Nato-Partner eine Strafpredigt Trumps anhören, was sie dem Bündnis angeblich an Militärausgaben schuldeten. "Wer aber jetzt gegenüber den USA den Zeigefinger in bayerischen Bierzelten erhebt, der ist nur dann glaubwürdig, wenn er seine eigenen Verpflichtungen zu mehr Klimaschutz einhält". Mit Blick auf die deutsch-indischen Beziehungen sagte sie: "Das ist von überragender Bedeutung und in keiner Weise gegen irgendwelche anderen Beziehungen gerichtet und schon gar nicht gegen transatlantische Beziehungen, die historisch für uns von großer Wichtigkeit sind und auch bleiben werden". Überraschend entließ Trump jüngst FBI-Chef James Comey, weil dieser die Verbindungen des Trump-Teams zu Russland untersuchte. Von seinem Urteil dürfte abhängen, ob den USA eine Konfrontation mit fast allen internationalen Partnern droht. Denn als Hauptkonflikt bleibt aus Merkels Sicht das fehlende Bekenntnis Trumps zum Pariser Klimaschutzabkommen - das aus ihrer Sicht nicht "irgendein" Abkommen ist, sondern eine der Grundlagen für die Bewältigung der Globalisierung. "Dass Donald Trump gegenwärtig zwischen den Positionen 'Aufkündigung' und 'Nachverhandeln' schwankt, ist ein verheerendes Signal".

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) will nach dem indirekten Schlagabtausch Druck aus der Debatte nehmen. Zudem müsse die Gemeinschaft in der Migrationspolitik besser werden. Es sei "nicht angemessen, dass wir zwischen Bierzelt und Twitter kommunizieren", sagte Gabriel in Berlin. "US-Präsident Trump hat sich im Kreis der G7 mit fehlerhaften Analysen und fortwährender Wahlkampfrhetorik isoliert", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Aber wir müssen wissen, wir müssen selber für unsere Zukunft kämpfen, als Europäer, für unser Schicksal. Entgegen der allgemeinen vorherrschenden Deutung wertete er die Äußerungen der Kanzlerin nicht als Kritik am US-Präsidenten, sondern als Bestätigung von dessen Kurs. Die bevorstehenden Gespräche zum EU-Austritt seien die wichtigsten Verhandlungen in Großbritannien seit Jahrzehnten, sagte Rudd dem Sender. Dennoch verdeutlichen ihre Worte eine Entwicklung im Verhältnis zwischen Merkel und Trump.

Es ist eine Frage von Tagen, bis Donald Trump entscheidet, ob er das Klimaabkommen von Paris aufkündigt.

In Deutschland bekommt Merkel Zustimmung. Die Kanzlerin müsse "endlich begreifen, dass Deutschland im ureigenen Interesse viel stärker auf sich selbst vertrauen" müsse, sagte der AfD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Alexander Gauland, am Dienstag.

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