WHO: Millionen Tote durch Rauchen

Die WHO warnt eindringlich vor dem Rauchen

Genf - Sieben Millionen Tote jährlich, Milliardenkosten und außerdem massive Umweltverschmutzung sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Auswirkungen des weltweiten Tabakkonsums. Pro Jahr sterben 120.000 Menschen an den Folgen des Rauchens, was jedem siebten Todesfall entspricht.

Danach sind Folgeschäden des Rauchens hierzulande die häufigste Todesursache. Sie weist auf den Zusammenhang zwischen dem Rauchen, der Kontrolle des Konsums und einer nachhaltigen (wirtschaftlichen) Entwicklung hin. Die Folgekosten belaufen sich demnach auf mehr als 1,4 Billionen Dollar (1,25 Milliarden Euro).

"Tabak ist eine Bedrohung für uns alle", erklärte die scheidende WHO-Direktorin Margaret Chan. "Das ist gut für die Sozialversicherung und für die Gesundheit junger Menschen", sagt die Sozialistin. Das Datum ist Anlass für die Kreisgesundheitsbehörde, auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam zu machen und für ein rauchfreies Miteinander zu werben. Eine der am wenigsten eingesetzten, aber wirkungsvollsten Maßnahmen sei eine Verteuerung von Tabakprodukten durch höhere Steuern. 10 Milliarden Zigarettenstummel landeten täglich in der Umwelt, heißt es in dem Bericht. Sie enthielten "mehr als 7000 giftige chemische Produkte, die die Umwelt vergiften, darunter auch krebserregende Stoffe", bemängelte die WHO. Zudem sei der Tabakanbau mitverantwortlich für die Entwaldung. Pro 300 Zigaretten gehe ein Baum verloren, rechnen Fachleute in dem WHO-Bericht vor.

Eine ebenfalls heute veröffentlichte Umfrage der EU-Kommission zeigt erstmals seit 2014 wieder eine Zunahme von jungen Rauchern.

Zwar sind die Zahlen der abhängigen Raucher in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen, trotzdem bleibt Deutschland Spitzenreiter der europäischen Länder mit den meisten Tabakkonsumenten: Insgesamt gibt es in der Bundesrepublik 16,3 Millionen Raucher und Raucherinnen, das sind 25 bis 28 Prozent der Deutschen - nur in Österreich und Griechenland rauchen mehr Menschen.

Bis 2016 war die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen die größte Rauchergruppe (26 Prozent), die 15-bis 17-Jährigen stellten 21 Prozent der Raucher. Vor drei Jahren tat dies nur ein Viertel.

Im Durchschnitt rauchen die Europäer etwa 14 Zigaretten am Tag, 2014 waren es noch fast 15. Im Detail sind 52 Prozent der Südtiroler Nichtraucher, 23 Prozent haben mit dem Rauchen aufgehört oder sind in Rauchabstinenz. So lautet der von der Deutschen Krebshilfe und dem Aktionsbündnis Nichtrauchen herausgegebene Slogan für den Weltnichtrauchertag am 31. Mai. "Dennoch drücken sich die politisch Verantwortlichen vor einer Entscheidung gegen Außenwerbung für Zigaretten", bemängelte Josef Mischo, Vorsitzender der Bundesärztekammer-Arbeitsgruppe Sucht und Drogen.

Mischo kritisierte, dass die Übernahme einer EU-Richtlinie gegen Tabakaußenwerbung seit Monaten verschleppt wird. Damit sei Deutschland das letzte EU-Land, das Plakatwerbung für Zigaretten noch erlaubt.

Die Ärzteschaft fordert auch ein strafbewehrtes Rauchverbot in Autos einzuführen, wenn Kinder und Jugendliche mitfahren. Bernhard Jungnitz. "Damit ist das Rauchen das bedeutendste vermeidbare Gesundheitsrisiko".

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