EZB-Präsident: Lockere Geldpolitik laut Draghi weiter nötig

EZB-Präsident Mario Draghi

Am Montag sagte allerdings EZB-Präsident Mario Draghi in Brüssel vor Vertretern des EU-Parlaments: "Wir bleiben fest davon überzeugt, dass ein außergewöhnliches Maß an geldpolitischer Unterstützung, einschließlich unserer Forward Guidance, immer noch nötig ist". Die nächste Gelegenheit dafür wäre die kommende Zinsentscheidung am 8. Juni in Tallinn.

Diese nachlassenden Spekulationen auf eine baldige weitere Drosselung der Wertpapierkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) haben entspechend zum Wochenauftakt den Euro belastet. Gleichzeitig griffen Investoren wieder zu Staatsanleihen.

Draghi ist vor allem die Inflation immer noch zu niedrig. Von daher sollten die Ratsmitglieder darüber beraten, wann sie ihre sogenannte Forward Guidance anpassen wollten.

Lautenschlägers Aussagen deuten einerseits darauf hin, dass sie das anders sieht, obwohl sie zu den geldpolitischen Falken im EZB-Rat gerechnet werden darf. Manche Experten halten es für möglich, dass die EZB auf eine Bemerkung verzichtet, wonach ein noch niedrigeres Zinsniveau für die Zukunft nicht ausgeschlossen wird. Zudem kauft die Euro-Notenbank noch mindestens bis Jahresende Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Volumen von 60 Mrd. Der Kostendruck, insbesondere von den Löhnen, sei nicht ausreichend, um eine dauerhafte und selbsttragende Entwicklung hin zum mittelfristigen EZB-Ziel zu unterstützen. "Das Lohnwachstum ist immer noch verhalten".

Interessant war, dass Mario Draghi sich optimistisch im Hinblick auf die Wirtschaftslage der Euro-Zone und deren Aussichten äußerte.

Die Inflation hatte mit zuletzt 1,9% fast den Zielwert der EZB von 2% erreicht. Für die EZB steht damit aber noch nicht fest, ob dieser Wert auch gehalten werden kann.

Die Wirtschaft der Eurozone war im ersten Quartal vergleichsweise kräftig gewachsen. Viele Volkswirte - insbesondere in Deutschland - fordern deshalb, dass die EZB langsam von ihrer Politik der weit offenen Geldschleusen abrückt.

Draghi wies darauf hin, dass dem EZB-Rat bei seinem Treffen in der estnischen Hauptstadt neue Konjunktur- und Inflationsprognosen der eigenen Volkswirte vorliegen werden. Die Notenbank werde dann in der Lage sein, ihr Urteil zu den Gefahren für die Inflations- und Konjunkturentwicklung zu fällen. Zudem verspricht die EZB für den Notfall eine Erhöhung des Volumens und/oder eine Verlängerung der Laufzeit für den Fall, dass sich Inflationsausblick oder Finanzierungsbedingungen verschlechtern sollten. Hier geht's zum Test.

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