Kabul: Mindestens 64 Tote bei Anschlag

Rund 350 weitere wurden verletzt, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums, Ismail Kawusi, am Mittwoch sagte.

Sicherheitskräfte untersuchen in Kabul nach einem Autobombenanschlag den Anschlagsort nahe der deutschen Botschaft. Die Botschaften in Wasir Akbar Chan sind von hohen Schutzmauern umgeben und werden rund um die Uhr von afghanischen Sicherheitskräften bewacht.

Der Anschlag wurde im dichten Morgenverkehr verübt, das Ziel war zunächst unklar.

Die Explosion fand zur Hauptverkehrszeit statt.

Der oder die Attentäter könnten die Bombe in einem schwarzen Tanklastwagen für Wasser oder Abwasser deponiert haben, sagte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums.

Bei dem Anschlag wurde ein afghanischer Wachmann der deutschen Botschaft getötet.

Bei einem Selbstmordanschlag im Diplomatenviertel von Kabul sind mindestens 80 Menschen getötet worden. Darüber hinaus seien vier BBC-Journalisten verletzt worden, teilte der Sender am Mittwoch in London mit. Eine afghanische Mitarbeiterin der Botschaft habe schwere Verletzungen erlitten. Laut Verteidigungsministerium sind keine Österreicher vom Anschlag betroffen.

Kabul. Nach dem verheerenden Bombenanschlag in Kabul mit Dutzenden Toten hat die Nato-Mission in Afghanistan die Bluttat scharf verurteilt. Die Detonation war so stark, dass noch in mehreren Hundert Meter Entfernung Häuser beschädigt wurden. Auf Videoaufnahmen waren eingestürzte Mauern, brennende Trümmer und zerstörte Autos zu sehen. Etwa 100 verletzte Menschen seien bisher in Krankenhäuser gebracht worden. Anwohner sagten, sie fühlten sich an ein Erdbeben erinnert. Am Gebäude der indischen Vertretung entstanden Botschafter Manpreet Vohra zufolge "beträchtliche Schäden". Auch an der japanischen Botschaft gingen Scheiben zu Bruch. Nach dem brutalen Anschlag in Kabul wurde der Flug verschoben. Dort hat die Gewalt seit dem Abzug der meisten internationalen Soldaten Ende 2014 zugenommen. Mehr als ein Drittel des Landes wird nicht von den Sicherheitskräften der Regierung kontrolliert.

In den USA wird deswegen über eine Aufstockung der Truppen in Afghanistan debattiert.

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Die deutsche Regierung hat wegen des Anschlags einen für den Abend geplanten Abschiebeflug nach Afghanistan abgesagt. Es handelte sich um eine Rückführungsaktion mit Schweden unter der Koordination der EU-Grenzschutzagentur Frontex, wie Grundböck, der "Presse" mitteilte. Der deutsche Innenminister findet aber weiter, Kabul sei sicher - und plant weitere Abschiebungen. Über ausländische Opfer war zunächst nichts bekannt. Die Absage erfolgte demnach allerdings "nur für heute" und aus "Rücksicht auf Botschaftsangehörige". Daher könne die Zahl der Toten noch steigen, hieß es.

Der Anschlag fällt zusammen mit einer Debatte um Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber von Deutschland nach Afghanistan.

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