Wiesen und Weiden in Deutschland zunehmend gefährdet

Wiesen und Weiden in Deutschland sind bedroht

"Dass rund zwei Drittel der hierzulande vorkommenden Lebensraumarten gefährdet sind, geht vor allem aufs Konto der intensiven Landwirtschaft und ist Ergebnis einer verfehlten Agrarpolitik", sagte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger. 'Besonders dramatisch' sei die Entwicklung bei Wiesen und Weiden, heißt es in der Roten Liste. Positiv entwickelten sich dagegen Biotope an Küsten sowie an zahlreichen Flüssen und Bächen. "Die ständige Intensivierung der Landwirtschaft ist ein echter Biotop-Killer", sagte sie. Die Rote Liste wurde heute vom Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz vorgestellt.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Diese Rote Liste ist ein Alarmsignal". Der Zustand von Wiesen und Weiden wird immer schlechter.

Ähnlich äußerte sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Mit besseren Kläranlagen und Renaturierungsprojekten haben wir es zum Beispiel geschafft, dass es vielen Flüssen und Bächen wieder besser geht. Wir dürfen beim Naturschutz nicht nachlassen. Mit der Naturschutzoffensive 2020 sei zwar schon viel erreicht worden.

Knapp zwei Drittel der 863 Biotoptypen in Deutschland sind nach Angaben der Bundesregierung in Gefahr. Besonders schlecht ist es um das Grünland bestellt. "Die Folgen dieser Entwicklung spiegeln sich auch im dramatischen Rückgang von Lebewesen der Agrarlandschaft wieder, beispielsweise bei den Feldvögeln wie Feldlerche, Braunkehlchen oder Kiebitz und auch bei den Insekten".

Nach wie vor sind knapp zwei Drittel der in Deutschland vorkommenden Biotope gefährdet - wenn auch in unterschiedlichem Maße. Die neue Liste aktualisiert die Fassung von 2006.

Besonders deutlich verschlechtert hat sich die Lage den BfN-Daten nach beim Grünland, aber auch Streuobstwiesen stehen vermehrt unter Druck.

Positive Entwicklungen bei Flüssen und Bächen sind Hendricks zufolge auch auf immer bessere Kläranlagen zurückzuführen. Für das Grundwasser gilt der Positivtrend aufgrund der hohen Stickstoffbelastung durch Dünger allerdings nicht, auch viele stehende Gewässer sind weiterhin belastet. Stabilisiert habe sich auch die Entwicklung bei vielen Waldbiotopen. Das hängt unter anderem mit einer nachhaltigeren Bewirtschaftung insbesondere in den öffentlichen Wäldern zusammen. Grundlegend überarbeitet wurde die Zuordnung der Biotoptypen zu den gesetzlich geschützten Biotopen gemäß § 30 Bundesnaturschutzgesetz, wobei erstmalig auch die entsprechenden gesetzlichen Regelungen der Bundesländer dargestellt wurden.

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