Eat this, Klimawandel! Trump sagt Paris Adieu

Merkel hat sich enttäuscht über den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Ausstieg aus dem Pariser Abkommen zum Klimaschutz gezeigt.

Obama meldete sich denn auch unmittelbar nach Trumps Ansprache zu Wort und warf seinem Nachfolger vor, mit seinem Beschluss "die Zukunft zurückzuweisen".

Blauer Himmel, leicht bewölkt, 29 Grad, angenehme Brise. Washington zeigt sich am Donnerstag von seiner frühsommerlichen Schokoladenseite, als Donald Trump um 15 Uhr Ortszeit an das Rednerpult tritt, um Amerikas Rolle im Weltklimaschutz neu zu vermessen.

Der US-Präsident kündigte an, in Verhandlungen über ein neues internationales Klima-Abkommen einsteigen zu wollen, das "fair gegenüber den Vereinigen Staaten" sei.

Der Klimapakt von Paris sieht vor, die gefährliche Erderwärmung in einem weltweiten Kraftakt in den nächsten Jahrzehnten zu bremsen und so dramatische Folgen wie Dürren und einen Anstieg der Weltmeere zu mildern. Die USA hätten als zweitgrösster Treibhausgas-Emittent eine "globale Verantwortung", teilte Leuthard per Twitter mit.

Präsident Trump geht auf dieses Basiswissen nicht ein. Das Abkommen erlege den USA "drakonische finanzielle und ökonomische Lasten" auf. Das Abkommen schade den Vereinigten Staaten und nutze anderen Staaten; als Beispiel nannte Trump China, das seine Emissionen über Jahre hinaus weiter steigern dürfe.

Trump hatte am Donnerstagabend in Washington erklärt: "Unter dem Strich wird klar: Das Pariser Abkommen ist sehr unfair für die USA". Wo die Zahl herkommt? Er wolle in neuen Verhandlungen ein besseren Vertrag erreichen. Aus dem Publikum regt sich Szenen-Applaus.

Stimmt. Die Pariser haben Emmanuel Macron gewählt, der unmittelbar nach seiner Wahl die bedrängten amerikanischen Klimaforscher eingeladen hat, nach Frankreich umzuziehen. Der Ausstieg kommt nicht überraschend - er kommt aber gegen den Rat von Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Nur so viel. Nach Vertragslage kann Amerikas Goodbye zu Paris erst dann vollzogen werden, wenn sich der Milliardär zur Wiederwahl stellen will: November 2020. "Sie können aus einem Klimaabkommen aussteigen, aber nicht aus dem Klimawandel, Mr. Trump", schrieb Schulz bei Twitter. Denn die Entscheidung gegen das Pariser Klimaabkommen widerspiegelt einmal mehr den moralischen Bankrott dieser Präsidentschaft.

Sollte es zum Austritt kommen, wäre dies nach langer interner Debatte ein Sieg für die Radikalen im Weißen Haus um Trumps Strategieberater Stephen Bannon und Berater Stephen Miller. Und kontrollieren, was "andere Länder machen oder unterlassen". Sie halten einen Ausstieg für nicht zukunftsweisend und langfristig wirtschaftsschädlich. Die USA hatten das Abkommen noch unter Trumps Vorgänger Barack Obama mit ausgehandelt und 2016 ratifiziert.

Die Neuausrichtung der Energieversorgung mit weniger fossilen und mehr erneuerbaren Energien sei eine "grosse Chance" für die Wirtschaft, erklärte die Schweizer Umweltministerin.

Mit dem Ausstieg aus dem Pariser Abkommen gehören die USA mit Syrien und Nicaragua zu den einzigen Staaten, die nicht mehr Teil des UNO-Weltklimavertrags sind. 2001 lehnte Präsident George W. Bush die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls ab.

Stehen die anderen Länder zu ihren Verpflichtungen?

Doch die Blockade lähmte den Fortgang der Klimaverhandlungen über viele Jahre.

Weltweit stößt die Entscheidung Trumps auf scharfe Kritik. Saudi-Arabien mit seinen Ölvorräten, oder der Kohle-Exporteur Australien. China und Indien könnten etwa weiter die Kohleförderung ausweiten, während das für die USA nicht möglich sei.

Der Druck auf Trump war zuletzt immer größer geworden.

Die USA wollen sich aus dem weltweiten Klimaschutzabkommen von Paris zurückziehen. Er sagte der italienischen Zeitung "La Republicca", ein solcher Schritt der US-Regierung sei auch eine "große Schmach" für den Vatikan selbst. Allen voran Elon Musk, Chef von Tesla und Space X, der in verschiedenen Gremien Donald Trump in Wirtschaftsfragen berät.

Trotz der Entscheidung, die von den oppositionellen Demokraten als "katastrophal" bezeichnet wurde, gehen die Bemühungen in den unteren staatlichen Ebenen nach CO2-Reduzierung unvermindert weiter. "Wenn nicht, ist es auch okay", sagte Trump. "Ob das wirklich im Interesse Amerikas ist, kann man wirklich bezweifeln". Gleichzeitig kündigte Trump die Einstellung der Beitragszahlungen in den "Green Climate Fund" an.

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