Klima: Trump kündigt Pariser Klimaabkommen auf

Die Kuppel des Kapitols in Washington ist hinter den Schornsteinen des Kapitol Kraftwerks dem einzigen Kohlekraftwerk in der US Hauptstadt zu sehen

"Ich wurde gewählt, um die Menschen aus Pittsburgh zu vertreten, nicht die Menschen aus Paris", tönte Trump am Donnerstagabend. Im zweiten bekennen sich der größte Treibhausgasemittent und die Europäer zum Pariser Klimaabkommen von 2015. Weiter hieß es, "wir sind überzeugt, dass die Umsetzung des Übereinkommens von Paris erhebliche wirtschaftliche Chancen für Wohlstand und Wachstum in unseren Ländern und auf globaler Ebene bietet". Es werde natürlich schwer, das Klimaschutzabkommen umzusetzen, wenn wichtige Länder fehlten, sagte Peskow laut Agentur Interfax.

Brüssel/Washington. Die EU hat den angekündigten Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaabkommen als zutiefst bedauerlich bezeichnet.

Die britische Premierministerin Theresa May äußerte in einem Telefonat mit Trump ihr Bedauern über die Aufkündigung des Klimavertrages. Aber er schadet vor allem den globalen Bemühungen um eine vernünftige Klimapolitik. Die Entscheidung sei ignorant, kurzsichtig und an Verantwortungslosigkeit kaum zu überbieten, sagte er. "Aber ich denke, es ist ein Fehler für die USA und für unseren Planeten". Als Präsident sei es seine Pflicht, sich zuerst um das amerikanische Volk zu kümmern. Der für Klimafragen zuständige EU-Kommissar Miguel Arias Cañete sprach von einem "traurigen Tag für die Weltgemeinschaft". Genau das haben Top-Unternehmen ihrem neuen Präsidenten auch in einem Brandbrief geschrieben und ihn davor gewarnt, die USA von diesem expandierenden Markt abzuschneiden. Deutschland ist Weltmeister in Klimaschutzheuchelei."Auch hierzulande würden die Klimaschutzziele bei weitem nicht erfüllt". Auch Papst Franziskus hat Trump bei ihrem Zusammentreffen in der vergangenen Woche aufgefordert, den Klimapakt nicht aufzugeben. Selbst ExxonMobil und Shell versuchten ihn von seiner Entscheidung abzubringen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Städte, Bundesstaaten und Unternehmen innerhalb der USA weiter für ein kohlenstoffarmes Wirtschaftswachstum kämpften. Der ehemalige Präsident liegt bereit seit längerem mit Trump wegen des geplanten Mauerbaus an der Grenze zu Mexiko im Clinch. "Thank you", spielte Macron auf Trumps Leitsatz "Make America great again" an. Die USA schwächten sich damit selber. Sie riefen den Rest der Welt dazu auf, jetzt erst recht sich für die Pariser Klimaziele stark zu machen. Er gilt als ein enger Vertrauter der Kohle- und Ölindustrie und bekämpfte schon die Klimaschutzpläne von Barack Obama.

Washington. Aber Trump sagte, man werde sofort über einen besseren Deal in Sachen Klimaschutz verhandeln. Aus Sicht des Trios, berichtet das Online-Magazin Politico, könnten sich die Bergwerksbetreiber mit den Pariser Abmachungen arrangieren, sofern der US-Kongress die Modernisierung von Kohlekraftwerken subventioniere. So ging es mit der Entscheidung, ob die USA weiterhin den globalen Klimaschutz unterstützen möchte oder nicht, tagelang hin und her. "Dänemark steht bereit, den Klimakampf weiter zu führen, um künftige Generationen zu schützen", schrieb Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen auf Twitter. Gemeinsam mit der Europäischen Union wolle man daran arbeiten, das internationale Abkommen aufrechtzuerhalten, teilte die chinesische Regierung mit. Auch der Chef der Walt Disney Company, Robert Iger, schmiss nach der Entscheidung seinen Beraterposten hin. Es sei ärgerlich, dass ausgerechnet die Bundesregierung, neben des kleinen Inselstaates Fidschi Gastgeber der diesjährigen Weltklimakonferenz im November, "tatenlos dabei zusieht, wie sie das bestehende deutsche Klimaschutzziel von 40 Prozent Reduktionen bis 2020 deutlich verfehlen wird". Auch US-Autobauer Ford beteuerte Engagement für den Umweltschutz. Auf Twitter teilte Regierungssprecher Seibert mit, die Kanzlerin habe mit dem US-Präsidenten telefoniert und ihr Bedauern über seine Entscheidung ausgedrückt. Beide waren übrigens bei der Rede im Rosengarten des Weißen Hauses nicht anwesend.

Hätte sich Trump für einen Verbleib im Pariser Abkommen entschieden, hätte er sich erneut von einem wichtigen Wahlversprechen verabschiedet.

Bereits kurz nach der Erklärung des US-Präsidenten reagierten in den USA zahlreiche Politiker und Firmenvertreter auf die Ankündigung, das Abkommen zu verlassen.

Aus Solidarität mit dem Pariser Abkommen wurden mehrere Gebäude in New York grün angestrahlt.

Gleichzeitig will sich Kern von kurzfristigen Auswirkungen des US-Ausstiegs aus dem Klimaabkommen nicht irritieren lassen. Er stellte deswegen den Austritt aus dem Abkommen schon während seines Wahlkampfs in Aussicht.

Klimapolitisch wird sich dennoch vermutlich weniger ändern als befürchtet.

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