USA: Trump kündigt Pariser Klimaabkommen auf - Scharfe Proteste

Trump Klima Washington

Ein Austritt der USA ist ein heftiger Schlag für das Abkommen.

Im Pariser Klimaschutzabkommen haben sich 195 Länder der Erde - alle bis auf Syrien und Nicaragua - dazu verpflichtet, die globale Erwärmung zu bremsen. "Ich bin entsetzt, dass der Präsident meine Stadt benutzt, um seine inakzeptable Entscheidung zu rechtfertigen, so wie viele andere Pittsburgher hier", sagte Peduto in einer Erklärung.

Deutschland, Frankreich und Italien erteilten einer von den USA geforderten Neuverhandlung des Pariser Klimaabkommens eine Absage.

BerlinNichts und niemand hat den US-Präsidenten überzeugen können. Gemeinsam mit allen verbleibenden Partnern werde man zu dem Vertrag stehen und ihn umsetzen.

US-Präsident Donald Trump kündigte offiziell den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen an. "Ich bedaure die Entscheidung des US-Präsidenten", erklärte die Kanzlerin im Kurzbotschaftendienst Twitter. Trump habe "zum Bedauern fast aller" entschieden, sich und die USA von einer "historischen globalen Vereinbarung abzuschneiden", kommentierte die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Für Freitagmorgen riefen sie zu einer Protestaktion vor der US-Botschaft in Berlin auf.

Die EU-Kommission erklärte in einer ersten Reaktion, sie werde sich nun um neue Bündnisse im Kampf gegen den Klimawandel bemühen. Um genau zu sein, würde die Vereinbarung einen Tag nach den nächsten Präsidentschaftswahlen in den USA enden.

UNO-Generalsekretär Guterres sprach von einer großen Enttäuschung. Der ehemalige Präsident liegt bereit seit längerem mit Trump wegen des geplanten Mauerbaus an der Grenze zu Mexiko im Clinch. Deshalb müsse er die Bevölkerung vor dem Klimaabkommen "schützen" und wenn möglich, ein neues Abkommen verhandeln. Es sei nun an der Industrie, voranzugehen "und nicht von der Regierung abhängig zu sein", schrieb General-Electric-Chef Jeff Immelt auf Twitter. Die USA schwächten sich damit selber.

Juncke Tusk Chinesischer Premier
Chinas Premierminister Li Keqiang, EU-Präsident Jean Claude Juncker und Präsident des Europäischen Rates Donald Tusk

"Ein historischer Fehler. Die Welt geht gemeinsam beim Klimawandel voran".

"Diese Regierung schließt sich einer kleinen Handvoll Nationen an, die die Zukunft verleugnen". Der Wohlstand der USA stehe auf dem Spiel. Der Tesla-CEO Elon Musk hat aus Protest gegen Trumps Entscheidung seine Funktion als Berater des US-Präsidenten beendet. Zuvor hatte er sich im Wahlkampf mehrfach sehr kritisch über den geschäftstüchtigen Milliardär und Republikaner-Kandidaten geäußert. Die USA wollten ihren Ausstoß bis 2025 um rund ein Viertel im Vergleich zu 2005 reduzieren.

Merkel, Macron und Gentiloni betonten, an dem Abkommen festhalten zu wollen.

Tesla-Gründer Elon Musk hatte bereits im Vorfeld gedroht, nicht mehr als Berater für Trump tätig sein zu wollen, falls dieser das Abkommen aufkündigen sollte.

Was passiert, wenn die USA tatsächlich aus dem Abkommen aussteigen? Das sei im Interesse "unserer Menschen, unserer Wirtschaft und Zukunft". Alles andere würde einen nicht zu tolerierenden Wettbewerbsvorteil für US-Unternehmen bedeuten. Auch US-Autobauer Ford beteuerte Engagement für den Umweltschutz. Die USA sind der weltweit zweitgrößte Klimaverschmutzer, hatten unter Trumps Vorgänger Barack Obama jedoch maßgeblich zum Zustandekommen des Abkommens beigetragen. Amerika werde laut Trump aber auch ohne strengeren Klimaschutz "das umweltfreundlichste Land mit der saubersten Luft und den saubersten Flüssen" bleiben. China werde weiterhin an dem Pariser Klimaabkommen festzuhalten. Man wolle einen Deal, der fair sei, sagte Trump.

An seiner Seite war auch Vizepräsident Mike Pence - das Gesicht der traditionellen US-Republikaner, die als einzige größere politische Kraft in der Welt den Klimawandel nicht für eine große Gefahr für die Menschheit halten.

Related:

Comments

Latest news

Geldwäsche-Affäre: Millionenstrafe für Deutsche Bank
Danach sollen in den nächsten fünf Jahren drei Milliarden Dollar für die Projekte bereitgestellt werden. Trump soll mit mehr als 340 Millionen Dollar bei der Deutschen Bank in der Kreide stehen.

Google Chrome soll ab 2018 einen eigenen Werbeblocker erhalten
Anfang 2018 will man Funktionen in Google Chrome eingebaut haben, die störende Werbung ausblenden soll. Funding Choices ist noch in der Betaphase, aber auch schon für Publisher in Deutschland verfügbar.

Apple streicht Geräte von der Reparaturliste
Grundsätzlich wäre es eher ungewöhnlich, dass Apple bereits nach einem Dreiviertel Jahr neue Modelle herausbringt. Aktuell weisen lediglich die Lieferzeiten des großen MacBook Pro mit Touch Bar auf ein kommendes Update hin.

Neue Staffeln für "Rote Rosen" und "Sturm der Liebe"
Diese Beschwerden waren zuvor im zuständigen Rechts- und Eingabenausschuss beziehungsweise im Programmausschuss geprüft worden. Die neuen Episoden werden von der Degeto für die ARD beauftragt, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Freitag berichtete.

Greenpeace-Proteste vor US-Botschaft gegen Trump
Trump hatte zuvor einen Rückzug der USA aus dem Abkommen angekündigt, das klare Ziele für die maximale Erderwärmung vorsieht . Sie habe etwa eine halbe Stunde gedauert und sei zum Sonnenaufgang beendet gewesen, sagte ein Greenpeace-Sprecher.

Other news