Viel mehr Cyberkriminalität bei Unternehmen

Fälle von Cyberangriffen auf Schweizer Firmen nehmen

Doch das reicht nicht: Die vergangenen 12 Monate registrierten 88 Prozent (Vorjahr: 54 Prozent) der Schweizer Unternehmen Cyberattacken, wie eine Umfrage von KPMG ergab.

Fälle wie der Cyberraub in Bangladesch und die Datenlecks der US-Wahlen haben laut KPGM dazu geführt, dass Unternehmen vermehrt untereinander über Cybercrime reden.

Die Fälle von Cyberangriffen auf Schweizer Unternehmen haben die letzten 12 Monate um ein Drittel zugenommen.

Angriffe auf intelligente Maschinen, die Prozesse automatisieren und Menschen bei kritischen Entscheiden unterstützen, könnten "erhebliche Auswirkungen auf die Belastbarkeit von Märkten oder gar die ganze Volkswirtschaften haben". Zudem führten die Angriffe bei knapp einem Drittel zur Offenlegung von vertraulichen, internen Informationen sowie von Daten von Kunden und Geschäftspartnern. Finanzielle Verluste gaben wie im Vorjahr 36 Prozent an, wie aus der Umfrage der KPMG hervorgeht. Laut Markus Krack von der Fachhochschule Nordwestschweiz unterschätzen immer noch viele Firmen das Thema Cyberattacken. Dabei versucht der Angreifer an Nutzerdaten zu kommen. Bei der Aargauischen Industrie und Handelskammer gibt es viele Anfragen dazu von Firmen, wie es auf Anfrage von Radio Argovia heisst. Vor zwei Jahren schätzte KPMG den volkswirtschaftlichen Schaden auf 200 Millionen Franken für 2014. Aufgrund der schlechten Datenlage will man keine Zahlen mehr nennen. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Schweiz bis auf die Finanz- und Telekommunikationsbranche keine Meldepflicht für Cybercrime-Angriffe kennt. Weitere grosse Angriffe seien jedoch nur eine Frage der Zeit, daher müssten sich Unternehmen noch mehr mit Cyberrisiken auseinandersetzen.

Bei einer Mehrheit von 56 Prozent (Vorjahr: 44) der befragten Unternehmen führten die Cyberangriffe zu einem Betriebsunterbruch. Nicht einmal die Hälfte der Verantwortlichen bemüht sich darum, die Cybersicherheits-Konzepte allgemein verständlich zu machen.

Laut Matthias Bossardt, Leiter Cybersecurity von KPMG, sei auch die Vorbereitung auf mögliche Angriffe schlecht. Zwar geben 87 Prozent der Finanzfirmen an, eine geplante Antwort auf einen Angriff bereit zu haben. Von den Firmen, die nicht von der Finanzmarktaufsicht reguliert sind, haben nur 42 Prozent eine Antwort bereit. Trotzdem sei sich erst jedes vierte Unternehmen der Risiken durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz für das eigene Unternehmen bewusst. Attacken geschehen über die Einzelgeräte innerhalb des Netzes, sie seien aber oft nicht Teil der Cyber-Sicherheitsstrategie. Stattdessen kümmerten sich Sicherheitsabteilungen um die Büroinformatik.

Related:

Comments

Latest news

Trump isoliert - weltweite Kritik nach Nein zu Klimaabkommen
Trump hatte zuvor in seiner Rede erklärt, er sei gewählt worden, um die Bürger von Pittsburgh zu vertreten, nicht die von Paris . Präsident Donald Trump manövriert die USA mit dem angekündigten Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen international ins Abseits.

Herrmann: Abschiebung nach Afghanistan "immer noch zumutbar"
Bei dem Anschlag im Kabuler Diplomatenviertel wurden gestern 90 Menschen getötet und mehr als 400 verletzt. Eine Rückkehr nach Afghanistan sei "immer noch zumutbar", erklärte der CSU-Politiker weiter.

"Need for Speed Payback" angekündigt: Räuber, Cops und Wettrennen
Wie die Entwickler bekannt gegeben haben, wird das neue " Need for Speed " am morgigen Freitag (2. Das Gameplay soll risikoreiches Fahren belohnen.

Toter Säugling auf Wiese bei Zwickau gefunden
Später sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Zwickau: "Wir ermitteln wegen eines möglichen Tötungsdelikts". Wie die Polizei in Zwickau mitteilte, lag das tote Baby auf einer Wiese unweit eines Feldweges.

Weitere Verbesserungen für Rentner - Reformen verabschiedet
Die Erwerbsgeminderten seien stärker von Grundsicherungsleistungen abhängig als Altersrentner, hieß es zur Begründung. Das Gesetz sieht vor, die Arbeitgeber von der bisherigen Haftung für einen Garantieertrag der Beiträge zu entbinden.

Other news