Wirtschaft: Internationale zum Rückzug der USA aus Klimaschutzabkommen

Winfried Kretschmann

Die Erde wird sich weiter erwärmen, die globalen Klimaveränderungen werden eine der größten Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht.

Trump begründete seinen Beschluss damit, dass das Abkommen im Grunde genommen unfair ist: "Als derjenige, dem die Umwelt sehr am Herzen liegt, kann ich nicht guten Gewissens einen Deal unterstützen, der die Vereinigten Staaten bestraft". Europa lehnt solche aber ab. US-Präsident Donald Trump gab den Rückzug der größten Volkswirtschaft in Washington bekannt.

"Was wir heute gesehen haben ist die Vision, die Trump und seine Leute von Anfang an hatten", sagt der politische Kommentator Chris Cillizza. Das relativiert seine Verhandlungsbereitschaft beträchtlich.

Ob das Paris-Abkommen, von 195 Ländern unterzeichnet und von 147 bereits ratifiziert - darunter auch die USA - durch Trumps Schritt in seinen Grundfesten erschüttert wird, hängt nun von vielen Faktoren ab.

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat die Entscheidung seines Nachfolgers Donald Trump für einen Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaabkommen kritisiert. Das fünfminütige Gespräch sei "direkt" gewesen, hiess es am Donnerstagabend aus Macrons Umfeld.

Mit seiner Entscheidung setzte sich Trump über die Appelle eines Großteils der US-Wirtschaft sowie zahlreicher internationaler Verbündeter hinweg. "Diese Regierung schließt sich einer kleinen Handvoll von Nationen an, die die Zukunft verleugnet", hieß es in einer am Donnerstag verbreiteten Stellungnahme. Obama betonte, das Abkommen sei vor eineinhalb Jahren dank der "beharrlichen und charakterfesten" Führung der USA in der internationalen Gemeinschaft ermöglicht worden. "Wer Trump hasst, will, dass er im Pariser Klub bleibt". Die verbliebenen Staaten, darunter auch Österreich, müssen jetzt jedoch mehr Verantwortung übernehmen.

Das Paris-Abkommen, in aller Welt als eine der größten Errungenschaften der internationalen Diplomatie seit Jahrzehnten gefeiert, ist in Trumps Welt eine "gigantische Umverteilung von Wohlstand aus den USA in andere Länder".

Macron rief die übrigen Länder auf, dem Abkommen treu zu bleiben. Die Aussage fand der Bürgermeister von Pittsburgh, der Demokrat Bill Peduto, nicht witzig. Der Ausstieg der USA aus dem Abkommen ist wegen entsprechender Klauseln im Vertrag langwierig und tritt erst im November 2020 in Kraft, dem Zeitpunkt der nächsten US-Präsidentschaftswahlen. "Nicht Trump allein ist Amerika".

Auch aus der Finanzbranche und der Industrie hagelte es unmittelbar nach Trumps Erklärung Kritik.

Donald Trump macht ernst: Mit dem Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen löst er ein Wahlkampfversprechen. Diese Entwicklung wolle Trump aufhalten. Den USA entstünden durch einen Ausstieg nur Nachteile. Sie haben nun die Rechnung erhalten.

Insgesamt sollte man die Entscheidung Trumps in seiner Bedeutung also nicht überschätzen. Er vertraue darauf, dass in den USA Städte, Einzelstaaten und Unternehmen die von Trump beim Klimaschutz gerissene Lücke füllen würden.

Es geht auch so weiter "Der Austritt der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ist ein fundamentaler Rückschlag für die Klimadiplomatie, aber noch nicht für den globalen Klimaschutz", fasst Höhne die Ansicht vieler Experten zusammen. Es werde sich zeigen, ob die US-Bundesstaaten und die US-Gesellschaft den eingeschlagenen Weg mit mehr erneuerbarer Energie aufgeben werden, teilte Leuthard per Twitter mit.

Natürlich hat die Energiewende in Deutschland dazu geführt, dass mittlerweile mehr als ein Viertel des hierzulande erzeugten Stroms aus CO2-neutralen Energiequellen stammt - also zum Beispiel aus Wind- und Solaranlagen.

Sie wollen die Erderwärmung zusammen mit der Staatengemeinschaft auf unter zwei Grad, möglichst auf maximal 1,5 Grad, im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzen.

Die Schweiz stehe zum Pariser Abkommen, sagt Doris Leuthard.

Der Republikaner verband den Rückzug mit scharfen Attacken auf andere Staaten.

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