Auch Disney-Chef schmeißt Beratertätigkeit für Trump hin

Die Kuppel des Kapitols in Washington ist hinter den Schornsteinen des Kapitol Kraftwerks dem einzigen Kohlekraftwerk in der US Hauptstadt zu sehen

Donald Trump will aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen. Deutschland, Frankreich und Italien erteilten einer Neuverhandlung des Regelwerks eine deutliche Absage. Sie bezeichnete das Pariser Abkommen als "historischen Quantensprung".

Trump hatte zuvor den Ausstieg der weltgrößten Volkswirtschaft aus dem Abkommen bekanntgegeben und dies damit begründet, amerikanische Interessen an die erste Stelle zu setzen.

Der Republikaner verband den Rückzug mit scharfen Attacken auf andere Staaten. Japan und Australien bedauerten den Rückzug der USA ebenfalls, wollen aber weiterhin an dem Abkommen festhalten. Die Vereinbarung sei eine massive Umverteilung des Vermögens der Vereinigten Staaten an andere Länder. Eine Vereinbarung, die amerikanischen Interessen besser gerecht werde. Tatsächlich löst er damit eines seiner Wahlkampfversprechen ein. Er hatte immer wieder beteuert, Arbeitsplätze in der Kohleindustrie erhalten und neue schaffen zu wollen. Trump stelle damit Familien und Jobs vor die "linksgerichtete Ideologie" und sollte gelobt werden, sagte der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell.

Es ist seine bisher folgenschwerste Entscheidung.

Der im vergangenen November in Kraft getretene Klimapakt von Paris sieht vor, die gefährliche Erderwärmung in einem weltweiten Kraftakt in den nächsten Jahrzehnten zu bremsen und so dramatische Folgen wie Dürren und einen Anstieg der Weltmeere zu mildern. China ist vor Amerika der größte Treibhausgas-Produzent. Das internationale Echo fiel verheerend aus. Auch UNO-Generalsekretär Guterres sprach von einer großen Enttäuschung. Der für Klimafragen zuständige EU-Kommissar Miguel Arias Cañete kommentierte: "Heute ist ein trauriger Tag für die Weltgemeinschaft".

Das Abkommen sei "ein Grundstein der Kooperation zwischen unseren Ländern, um den Klimawandel effektiv und rechtzeitig in Angriff zu nehmen", hieß es in der Erklärung.

Merkel, Macron und Gentiloni betonten, an dem Abkommen festzuhalten.

Kanzlerin Angela Merkel bedauerte die Entscheidung des US-Präsidenten. Auch Großbritanniens Premierministerin Theresa May und Kanadas Premier Justin Trudeau reagierten enttäuscht. Die rückwärtsgewandte Klimapolitik Trumps könnte die Länder enger zusammenschweissen, weil viele Regierungen inzwischen erkannt haben, dass es kaum eine Alternative zum Umweltschutz gibt. Amerika sehe sich weiter der transatlantischen Partnerschaft verpflichtet und werde unter Trumps Ägide das sauberste und umweltfreundlichste Land der Erde sein, hiess es zudem in einer Mitteilung des Weissen Hauses.

Bei alledem macht die Entscheidung einmal mehr deutlich, welch tiefer Riss sich quer durch die politische Landschaft der Hauptstadt Washington zieht.

Die einzigen, die einen Austritt als Erfolg werten würden, sind die Radikalen im Weißen Haus rund um Trumps Strategieberater Steve Bannon und den Berater Stephen Miller. Die Demokraten kritisierten sie scharf. Die USA sind der weltweit zweitgrößte Klimaverschmutzer, hatten unter Trumps Vorgänger Barack Obama jedoch maßgeblich zum Zustandekommen des Abkommens beigetragen. "Diese Regierung schliesst sich einer kleinen Handvoll Nationen an, die die Zukunft verleugnen", hiess es in einer Stellungnahme. Die Trump letztlich unterlegene Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton sprach von einem "historischen Fehler" ihres Rivalen.

"Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Der von Präsident Donald Trump am Donnerstagabend bekannt gegebene Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem Pariser Klimaabkommen hat keine unmittelbaren Auswirkungen". Die Entscheidung sei ein "globaler Rückschlag", hieß es am Freitag in einem Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Andere Unternehmen hätte man auf der Liste weniger erwartet: Der Kraftwerksriese General Electric, der Chemiegigant Dow Chemical und der Waschmittelhersteller Procter & Gamble gehören zum Kern der alten US-Industrieelite.

Gegen das eigene Land Tatsächlich handelt Trump bei einem Ausstieg gegen den Wunsch seines Landes. Allerdings will die Volksrepublik nicht nur mit Hilfe regenerativer Energien ihren CO2-Ausstoß reduzieren. China habe bereits die internationalen Verträge in nationales Recht umgewandelt und den Vereinten Nationen einen landesspezifischen Maßnahmenkatalog zum Klimaschutz vorgelegt.

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