Austritt aus Klimaabkommen: So reagiert die Welt auf die Trump-Absage

Das Abkommen werde gebraucht, um die Schöpfung zu bewahren. Deutschland, Frankreich und Italien lehnten eine Neuverhandlung ab. Die Entscheidung sei "äußerst bedauerlich". Schwiegersohn Jared Kushner, Tochter Ivanka, sein oberster Wirtschaftsberater Gary Cohn und Außenminister Rex Tillerson, den man wegen seines früheren Jobs beim Öl-Multi Exxon Mobil eher im anderen Lager vermutet hätte, warben bis zuletzt für einen Verbleib im Pariser Abkommen.

"Wir werden unsere Anstrengungen intensivieren, um Entwicklungsländer, insbesondere die ärmsten und am stärksten gefährdeten unter ihnen, bei der Erreichung ihrer Klimaschutz- und Anpassungsziele zu unterstützen". Großbritanniens Premierministerin Theresa May drückte ihr Bedauern aus.

Merkel, Macron und Gentiloni betonten, an dem Abkommen festhalten zu wollen. "Bin enttäuscht über die heutige Entscheidung zum Abkommen von Paris". Vielleicht hat Trump auch gehört, dass 70 Prozent der Amerikaner und viele große Konzerne für den Kampf gegen den Klimawandel sind. Er zeigt alle Symptome: diplomatische Brutalität, Aggressivität beim Handel, Verachtung der internationalen Meinung (und unterschriebener Vereinbarungen), und vor allem diese Vermessenheit zu glauben, dass die Vereinigten Staaten allein auf der Welt sind. Nun sei es umso wichtiger, dass andere "Hauptakteure" wie die EU, China und Indien gemeinsam voranschreiten, um die Ziele des Abkommens dennoch umzusetzen. Die einzigen Länder, welche die Unterschrift verweigert haben, sind Nicaragua und Syrien - Trump befindet sich somit in äusserst dubioser Gesellschaft. UN-Generalsekretär Antonio Guterres erklärte, es sei "wichtig, dass die USA eine weltweite Führungsmacht in Umweltfragen bleiben". (Macht den Planeten wieder groß.) In Brüssel sagt EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, dass es keine Abkehr vom Pariser Klima-Abkommen geben werde.

Nach dem angekündigten Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaabkommen will auch der Chef des.

Man wolle sofort mit Verhandlungen für ein besseres Abkommen beginnen, sagte Trump. Besonders die Chinesen und die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, aber auch Länder wie Russland haben als Reaktion auf den Schritt Trumps ihre Verpflichtung zum Klimaschutz bekräftigt. Das Abkommen sei langfristig angelegt, bis Ende des Jahrhunderts, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Die Vereinbarung bedeute eine massive Umverteilung des Vermögens der Vereinigten Staaten an andere Länder.

Trump hatte zuvor den Ausstieg der weltgrößten Volkswirtschaft aus dem Abkommen bekanntgegeben und dies damit begründet, amerikanische Interessen an die erste Stelle zu setzen. Er hatte immer wieder beteuert, Arbeitsplätze in der Kohleindustrie erhalten und neue Stellen schaffen zu wollen.

"Was wir heute gesehen haben, ist die Vision, die Trump und seine Leute von Anfang an hatten", sagt der politische Kommentator Chris Cillizza. "Ich wurde gewählt, um die Bewohner von Pittsburgh zu vertreten, nicht jene von Paris". "Die internationale Staatengemeinschaft darf sich hier vom gegenwärtigen US-Präsidenten nicht erpressen lassen", sagte der Minister am Freitag in Potsdam. Der Klimapakt von Paris sieht vor, die gefährliche Erderwärmung in einem weltweiten Kraftakt in den nächsten Jahrzehnten zu bremsen - und damit auch dramatische Folgen wie Dürren und einen Anstieg der Weltmeere. Einzigartig ist der Pakt, weil sich erstmals fast alle Länder beteiligen wollen. Der Ausstieg der USA - weltweit nach China zweitgrösster Produzent von Treibhausgasen - ist ein schwerer Rückschlag. Amerika sehe sich weiter der transatlantischen Partnerschaft verpflichtet und werde unter Trumps Ägide das sauberste und umweltfreundlichste Land der Erde sein, hiess es zudem in einer Mitteilung des Weissen Hauses. Die Demokraten kritisierten sie scharf.

Auch Trumps Vorgänger Barack Obama äusserte sich deutlich. "Diese Regierung schliesst sich einer kleinen Hand voll von Nationen an, die die Zukunft verleugnet", hiess es in einer Stellungnahme. Tesla-Chef Elon Musk und Disney-Chef Robert Iger kündigten aus Protest gegen Trumps Entscheidung ihre Beraterfunktionen beim Präsidenten. Es wird aber befürchtet, dass Trumps Alleingang eine Kettenreaktion auslöst und sich auch andere der 195 Unterzeichnerstaaten vom Klimaschutz verabschieden.

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