Dax auf Rekord - Dämpfer durch US-Arbeitsmarkt

Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes

Der Dax pendelte im frühen Handel nur in einer Bandbreite von wenigen Punkten und trat zuletzt mit einem Minus von 0,09 Prozent bei 12.590,89 Zählern nahezu auf der Stelle.

"Jetzt hat der Dax die Chance, in Richtung 13 000 Punkte durchzustarten", schrieb Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets.

Aktien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien wie der Windkraftanlagenhersteller Nordex und SMA Solar rutschen jeweils um rund ein halbes Prozent ab nach der Ankündigung der USA, sich aus dem Klimaabkommen von Paris zurückzuziehen.

Die Mai-Bilanz war für das wichtigste deutsche Börsenbarometer zuvor mit knapp eineinhalb Prozent Kurszuwachs zwar positiv ausgefallen - inklusive des neuen Rekordhochs bei 12 841 Punkten - doch seit Mitte des Monats schlingerte der Dax trendlos um 12 600 Punkte. Der Dax rückte in den ersten Handelsminuten sogar über die Marke von 12 800 Punkten vor. Auf europäischer Bühne stand der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 mit 3552,78 Punkten in einem ähnlichen Ausmaß tiefer. Schlusslichter der Liste sind die Anteilsscheine der Deutschen Telekom, der Deutschen Bank und von Linde. Vergleichsweise deutlich ging es für den MDax der mittelgroßen Unternehmen nach oben - hier betrug der Zuwachs 0,61 Prozent auf 25.281,86 Punkte.

Die Aktien des Gasekonzerns Linde gewannen 1,73 Prozent, nachdem der Aufsichtsrat die Fusion mit US-Konkurrent Praxair gegen den Widerstand der Betriebsräte und Gewerkschaften durchgesetzt hatte.

Auf Unternehmensseite verstimmte ein Bericht der "Rheinischen Post" die Anleger und machte die Thyssenkrupp-Aktie mit mehr als 1 Prozent Kursminus zu einem der größten DAX-Verlierer. Die schweizerische Großbank UBS hatte die Beobachtung des Börsenbetreibers mit einer Kaufempfehlung wieder aufgenommen.

Bei United Internet ging die Klettertour weiter: Die Aktien des Internet- und Telekomkonzerns gewannen dank einer Kaufempfehlung der UBS 2,73 Prozent auf 49,350 Euro und erreichten den höchsten Stand seit Anfang 2016.

Derweil reagierten die Aktien von Borussia Dortmund (BVB) kaum auf den Abschied von Trainer Thomas Tuchel drei Tage nach dem Sieg im DFB-Pokalfinale. Commerzbank-Papiere verloren 0,42 Prozent.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,11 Prozent. Sie stiegen an der TecDax-Spitze um 4,5 Prozent, weil der Solartechnikhersteller mit der vereinbarten Partnerschaft zur Direktvermarktung von Solarstrom seinen Ausbau zum Energiedienstleister vorantreibt. Der Bund-Future gewann 0,04 Prozent auf 162,29 Punkte.

"Auch wenn es politisch und ökologisch eher tragisch ist: Der Ausstieg verringert die unmittelbaren Kosten für die US-Wirtschaft", sagte der Experte.

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