Dobrindt: Audi hat illegale Software verwendet

Auch Audi holt der Abgasskandal ein

Audi hat sich daraufhin entschlossen, 24.000 Fahrzeuge der Baureihen A7 und A8 mit Dieselmotoren (Euro 5) zurückzurufen. Bei 24 000 Autos in Europa haben wir Auffälligkeiten gefunden. Für die entstehenden Unannehmlichkeiten will sich der Hersteller bei seinen Kunden entschuldigen.

Dobrindt kündigte an, dass nun weitere Fahrzeuge des VW-Konzerns mit ähnlichen Motoren untersucht werden sollen. Dobrindt sagte, VW müsse bis zum 12. Juni Lösungsvorschläge zur Umrüstung übermitteln.

Wie verschiedene Medien übereinstimmend melden, hat Dobrindt am 31. Mai von der Software erfahren und am nächsten Tag mit VW-Chef Müller über die Sache gesprochen.

Bisher hatte Dobrindt dies - neben einigen VW-Motoren - vor allem auch Fiat Chrysler vorgeworfen, der italienisch-amerikanische Konzern weist dies allerdings weiter zurück. Der Einsatz von "zyklusoptimierter" Software in den USA und in Europa wird vom VW-Konzern eingeräumt. In den USA hatte VW deswegen Milliarden zahlen müssen.

"Es handelt sich um eine sogenannte Lenkwinkel-Erkennung", so Dobrindt. Die betroffenen Fahrzeuge mit Motoren nach Abgasnorm EU5 seien zwischen 2009 und 2013 gebaut worden. Also: Wird das Lenkrad nicht bewegt, arbeitet die Abgasreinigung wie vorgeschrieben. Es geht um den Ausstoß der als gesundheitsschädlich geltenden Stickoxid-Gase (NOx).

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer warf Dobrindt vor, den Abgasskandal nur "scheibchenweise" aufzuklären. Dass Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sich nun aber als oberster Aufklärer präsentiert und mit Audi öffentlich hart ins Gericht geht, ist ein durchsichtiges taktisches Manöver. Die Aufarbeitung sei "noch lange nicht abgeschlossen". Aber sein Unternehmen tue alles, damit "so etwas wie die Diesel-Affäre bei uns nie wieder passiert".

Keine Atempause im Dieselskandal: Neue Vorwürfe gegen die Tochter Audi ziehen den VW-Konzern noch tiefer in den Abgas-Sumpf.

Während der Jahrespressekonferenz von Audi hatten mehr als 100 Polizisten und Staatsanwälte die Zentrale des Autobauers, weitere Standorte und Wohnungen von Mitarbeitern durchsucht. Die Staatsanwaltschaft hatte "ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung" eingeleitet. Dobrindt hatte im September 2015 die "Untersuchungskommission Volkswagen" eingesetzt. Bestehend aus Fachleuten des Bundesverkehrsministeriums und des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) bewertete sie die Auswirkungen des VW-Abgas-Skandals. Zum anderen sollte sie prüfen, ob auch für Diesel-Fahrzeuge anderer Hersteller unzulässige Abgas-Abschalteinrichtungen verwendet wurden. Immer neue Berichte über mögliche Abgas-Manipulationen sowie eine breite Debatte um drohende Fahrverbote für ältere Diesel-Modelle haben offensichtlich für Verunsicherung gesorgt - seit Monaten sinkt der Diesel-Marktanteil bei Neuwagen. Da nur eine neue Software aufgespielt wird, beträgt der Zeitbedarf laut Audi lediglich etwa 30 Minuten. In Deutschland gibt es rund 2,6 Millionen Autofahrer mit einem manipulierten Diesel des Konzerns, davon sind inzwischen knapp 1,75 Millionen Fahrzeuge umgerüstet.

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