Linde und Praxair sehen Arbeitsplätze dank Fusion sicherer

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Die Börsen reagieren positiv auf die Meldung: Die Aktie von Linde gewann 3,3 %, bei Praxair stieg der Börsenwert um 1,4 %. Die nächsten Schritte für einen Zusammenschluss sind ein Angebot an die Linde-Aktionäre zum Tausch ihrer Anteile in Aktien einer neuen gemeinsamen Holding und eine außerordentliche Hauptversammlung von Praxair. In dem geplanten Anlagenkomplex in der russischen Teilrepublik Tatarstan sollen Ausgangsstoffe für die Kunststoffherstellung produziert werden. Mit dem Zusammenschluss würde der größte Gasekonzern der Welt entstehen, mit einem Vorstandschef in den USA, 27 Milliarden Euro Umsatz, 60 Milliarden Euro Börsenwert und weltweit 80.000 Mitarbeitern. Durch die Verlagerung des Sitzes der neuen europäischen Holding nach Dublin und die Steuerung des neuen Unternehmens aus den USA würde die Mitbestimmung der Arbeitnehmer ausgehöhlt. Sein Werk sollte nur dann nicht geschlossen werden, wenn er für die Fusion und damit gegen die anderen Betriebsräte und Gewerkschafter stimme.

Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle will die Fusion durchsetzen - bei einem Patt im Aufsichtsrat notfalls mit seinem doppelten Stimmrecht als Vorsitzender des Kontrollgremiums.

Die IG Metall hat sich bereits vor Monaten aus mehreren Gründen klar gegen eine Fusion von Linde mit Praxair ausgesprochen. Gegen alle Proteste von Betriebsräten und Gewerkschaften stimmte der Aufsichtsrat des Dax-Konzerns dem umstrittenen Zusammenschluss zu. Das operative Geschäft steuert - nach erfolgreicher Fusion - Praxair-Chef Steve Angel aus den USA.

Wechsler: "Es ist schon ernsthaft fraglich, ob dieser Deal für die Linde-Aktionäre gegenüber der Eigenständigkeit überhaupt attraktiver ist". Die Gewerkschaften haben seine Ankündigung als befremdlichen Tabubruch kritisiert - gewöhnlich werden solch weitreichende Entscheidungen in deutschen Aktiengesellschaften nicht gegen die Arbeitnehmerseite getroffen. Ausgeschert sei der Betriebsratschef des Dresdner Standorts, der ohne die Fusion von der Schließung bedroht wäre.

Der bayerische IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler befürchtet den Wegfall von bis zu 10.000 Stellen. Statt geplanter 2000 Stellen streiche Linde nur noch 950 Stellen, gebe eine Beschäftigungsgarantie bis 2021 und erhalte den Standort Dresden, sagte Reitzle. Investoren hatten Aufsichtsratschef Reitzle ein Chaos vorgeworfen.

Auf die Frage an den Praxair-Chef Angel, wie die transatlantische Fusion mit der künftigen neuen Holding in Irland in die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump passt, US-Firmen zu stärken, gab er eine ausweichende Antwort. Festgelegt sind eine Mindestquote von 75 % für den Aktientausch und 50 % Zustimmung der Aktionäre von Praxair. Linde selbst äußerte sich zum Abstimmungsergebnis nicht. Das Umtauschangebot für die Linde-Aktionäre soll im Herbst starten.

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