So reagiert die Welt auf Trumps Austritt

Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber

Nach dem Hürdenlauf bei der Krankenversicherung und seinen Schwierigkeiten mit dem Bau der Grenzmauer zu Mexiko will der US-Präsident jetzt eines seiner Versprechen aus dem Wahlkampf einlösen - auch wenn viele US-Unternehmer dagegen sind. Der Gouverneur von Washington, Jay Inslee, kündigte an, die US-Staaten Washington, New York und Kalifornien würden eine Koalition namens United States Climate Alliance bilden, die Staaten aufnimmt, die weiterhin das Pariser abkommen umsetzen wollen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bedauert die Aufkündigung des Pariser Klimaschutzabkommens durch die USA. "Das kann nur ich", scherzte der Schauspieler.

Auch der frühere US-Präsident Barack Obama kritisierte die Entscheidung.

Die Gipfeltreffen bei der Nato in Brüssel und der G7 auf Sizilien standen in der vergangenen Woche wegen Trump bereits kurz vor dem Scheitern.

"Ich kann Ihnen versichern, dass wir den Richtlinien des Pariser Abkommens folgen werden - für unsere Menschen, unsere Wirtschaft und unsere Zukunft", schrieb der demokratische Bürgermeister von Pittsburgh, Bill Peduto, auf Twitter. Sie zeigte sich kämpferisch und sagte, nichts könne und werde sie bei der Durchsetzung aufhalten. Darin setzen sie sich das Ziel, die Erderwärmung durch den Treibhauseffekt auf "deutlich unter zwei Grad" im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Es wird befürchtet, dass eine Kettenreaktion auslöst und sich auch andere der 195 Unterzeichnerstaaten vom Klimaschutz verabschieden. Trumps Republikaner begrüßten die Ankündigung fast geschlossen.

Die Klimapolitik in den USA ist allerdings nicht nur von Präsident Trump abhängig. Auch von US-Unternehmen und Politikern des Landes hagelte es Kritik.

Der Republikaner löst damit ein zentrales Wahlkampfversprechen ein und setzt seine harte Linie unter der Devise "Amerika zuerst" fort. "Der Rückzug aus dem Pariser Klimaschutzabkommen der Trump-Administration offenbart eine beispiellose Ignoranz gegenüber der größten Krise der Menschheit - der globalen Erwärmung", sagte Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000. Wie er das erreichen will, verriet er nicht. "Heute Abend haben die Vereinigten Staaten der Welt den Rücken zugekehrt". Aus dem Kreml verlauteten aber auch Töne, die Wasser auf die Mühlen von Verschwörungstheoretikern sind, die eine geheime Allianz zwischen Trump und Wladimir Putin wittern. Nach dem Ausstieg der USA aus dem Klimavertrag fordert sie, alle Kräfte zum Klimaschutz zu bündeln. Ein Austritt aus dem Pariser Abkommen würde frühestens im Jahr 2020 gültig.

Am 4. November 2016 tritt das Abkommen in Kraft.

Sie waren vorbereitet, als der amerikanische Präsident Donald Trump am späten Donnerstagabend verkündete, was alle schon erwartet hatten: Die USA ziehen sich aus dem Pariser Klimaabkommen zurück. Nur Syrien und Nicaragua hätten sich dem Klimaabkommen verweigert, stellte die parteinahe Zeitung "Global Times" fest. "Es geht hier weniger ums Klima, sondern mehr darum, dass andere Länder einen finanziellen Vorteil gegenüber den USA bekommen", erklärte Trump.

Trump kritisierte auch, dass China im Pariser Abkommen bis zum Jahr 2030 seine Treibhausgasemissionen erhöhen dürfe.

Der Ausstieg der Vereinigten Staaten - weltweit nach China zweitgrößter Produzent von Treibhausgasen - ist ein massiver Schlag gegen das internationale Regelwerk. Das jetzige Abkommen gehe einseitig zu Lasten der USA und koste Jobs.

Die Trump'sche Klima-Dialektik läuft offenbar darauf hinaus, dass seine Unterhändler die internationalen Klimaverhandlungen untergraben, indem ein "neuer Vertrag" unter der Klimarahmenkonvention verhandelt werden soll. Der Kampf gegen den Klimawandel liege im Interesse seines Landes. Er hatte immer wieder beteuert, Arbeitsplätze in der Kohleindustrie erhalten und neue Stellen schaffen zu wollen. Der BUND-Vorsitzende sieht auch in der Rücknahme wesentlicher nationaler Klimaschutzzusagen durch die Trump-Regierung Gefahren für die Sicherheit der Weltgemeinschaft. Auch mehrere US-Bundesstaaten und Städte wollen in Zusammenarbeit mit den UN ihre Treibhausgas-Emissionen reduzieren.

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