Trump kündigt Pariser Klimaabkommen auf - Scharfe Proteste

China und Deutschland wollen beim Thema Klimaschutz gemeinsam vorangehen- auch nach dem Ausstieg der USA aus dem Pariser Abkommen

Seit gestern Nacht steht es fest: Die Vereinigten Staaten kündigen das Pariser Klimaabkommen auf.

Dem schließt sich auch Microsoft-Chef Satya Nadella an, der kurz nach der Rede von Trump twitterte, dass der Klimawechsel eine sehr wichtige Angelegenheit sei, die globale Aktionen erfordere. Berlin, Paris und Rom lehnten Neuverhandlungen umgehend ab. Obama hatte das Paris-Abkommen im September 2016 in einem hochsymbolischen Timing zeitgleich mit Peking ratifiziert.

Das jetzige Abkommen lade die Kosten bei den amerikanischen Bürgern ab, sagte Trump. Es müsse klar sein, dass ein neuer Vertrag besser für die amerikanischen Arbeiter sei. Einige Stunden später kündigte Trump dann seine offizielle Erklärung an.

Mit dem angekündigten Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaabkommen hat sich US-Präsident Donald Trump international ins Abseits gestellt. Kanzlerin Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Italiens Regierungschef Paolo Gentiloni betonten, das historische Abkommen weiter umsetzen zu wollen. So machen große Konzerne ihre Drohungen war, sich vom US-Präsidenten abzuwenden und Tim Cook erklärt seinen Mitarbeiter, dass Apple an den Umweltbemühungen festhält. Das fünfminütige Gespräch sei "direkt" gewesen, hieß es. Gerade wegen Trumps Klimapolitik sei dies "ein wichtiges Signal", erklärte Flasbarth in St. Die Konkurrenz von billigem Erdgas aus Fracking sowie von erneuerbaren Energien ist zu stark. Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi sprach von einer Entscheidung, die "unseren Kindern schadet".

Auch fürchte er nicht, dass nun andere Länder dem Beispiel der USA folgen könnten und aus wirtschaftlichen Gründen dem Abkommen wieder den Rücken kehren könnten. US-Unternehmen sollten nur Marktzugang etwa in Deutschland und Europa bekommen, wenn sie sich an die hier geltenden Regelungen hielten, verlangte er. Auch die Clean Power Plans (CPP) seines Vorgängers Barack Obama öffentlich kritisiert und versprochen, den Einfluss der Umweltschutzbewegung in den USA einzudämmen. Bei der letzten Klimakonferenz in Marrakesch, als ein möglicher Austritt der USA bereits in der Luft lag, habe es kein Land gegeben, welches an seinen Verpflichtungen rütteln wollte.

Auch sein Kabinettskollege und Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) übte heftige Kritik. Neben dem Elektroauto-Hersteller Tesla griffen auch mehrere Technologiefirmen das Staatsoberhaupt an und sicherten zu, dass ihre Unternehmen sich auch weiterhin dem Klimaschutz "zutiefst verpflichtet" sähen. Die USA verursachen rund ein Sechstel der weltweiten Treibhausgase, während sie lediglich rund 4 Prozent der Weltbevölkerung darstellen. Die absehbare Entscheidung hatte schon vor Trumps Auftritt rund um den Globus eine Welle des Protestes ausgelöst. Es wird aber befürchtet, dass Trumps Alleingang eine Kettenreaktion auslöst und sich auch andere der 195 Unterzeichnerstaaten vom Klimaschutz verabschieden. "Niemand wird uns in den Weg kommen". Seine Begründung lautete: "Der Klimawandel ist eine Tatsache". Den Ausstieg begründete er damit, dass die Vereinbarung "auf höchster Ebene ungerecht für die USA" sei.

Was passiert, wenn die USA tatsächlich aus dem Abkommen aussteigen? Der ausgestreckte Arm der Europäer hat spätestens mit Washingtons Paris-Ausstieg den Kontakt zur Neuen Welt verloren. "Indem er die Vereinigten Staaten aus der Vereinbarung von Paris zurückzieht, begeht Präsident Trump heute einen fatalen Fehler mit dramatischen Konsequenzen", teilte Bürgermeisterin Anne Hidalgo auf ihrem Twitter-Account mit. Li warnte, die Welt werde ohne multilaterale Übereinkünfte zum "Dschungel".

"Das Pariser Klimaschutzabkommen zu verlassen, wird furchtbar zerstörerisch für die Erde und New York City sein".

Das Pariser Abkommen hat zum Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Einzigartig ist der Pakt, weil sich erstmals fast alle Länder beteiligen wollen.

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