USA kündigen Klimaabkommen: Trump schadet sich selbst und der Welt

Trump bei seiner Rede im Rosengarten des Weißen Hauses zum Klima Abkommen Bild AFP

Nach Informationen des Nachrichtenportals "Politico" haben regierungsinterne Klimaschutzgegner wie Trumps Chefstratege Stephen Bannon und der Chef der Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt, in den vergangenen Wochen dafür gesorgt, dass der amerikanische Präsident vor allem die Stimmen von Paris-Kritikern zu hören bekam.

"Wir, die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs und Italiens nehmen mit Bedauern die Entscheidung der Vereinigten Staaten von Amerika zur Kenntnis, von dem umfassenden Übereinkommen über den Klimawandel zurückzutreten". Mit dieser Entscheidung verbündet sich Trump ausgerechnet mit dem syrischen Diktator Baschar al-Assad - und stellt sich mit ihm gegen die gesamte restliche Welt.

"Wer den Pariser Klimavertrag kündigt, versperrt den Weg zu Wachstum - und legt Hand an die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen", twitterte Außenminister Sigmar Gabriel. Bleibt also nur noch Assad.

Es wird befürchtet, dass Trumps Alleingang eine Kettenreaktion auslöst und sich auch andere der 195 Unterzeichnerstaaten vom Klimaschutz verabschieden.

Der Ausstieg aus dem Klimaabkommen vertieft die Gräben in der amerikanischen Politiklandschaft.

Als Mantra seiner Rede diente Trump der Slogan "America first".

Trump und große Teile seiner republikanischen Partei bezweifeln, dass der Klimawandel vom Menschen beeinflusst ist und halten den Klimadeal für wirtschaftlich nachteilig für die USA. "Heute Abend haben die Vereinigten Staaten der Welt den Rücken zugekehrt", hieß es dort weiter.

Gleichzeitig kündigte der amerikanische Präsident an, das Pariser Klimaabkommen nachverhandeln zu wollen. Der Bürgermeister von Pittsburgh, Bill Peduto, reagierte empört: "Ich bin entsetzt, dass der Präsident meine Stadt benutzt, um seine inakzeptable Entscheidung zu rechtfertigen, so wie viele andere Pittsburgher hier", sagte er. Allerdings: Ganz aussteigen will er auch nicht, er will "neue internationale Verhandlungen zum Klimaschutz".

Zwar wollen neben China auch andere wichtige Länder den Vertrag weiter befolgen. Der französische Staatschef habe daran erinnert, "dass man diskutieren könne, aber hat darauf hingewiesen, dass nichts in den Vereinbarungen von Paris neuverhandelbar sei". Aus dem Abkommen auszusteigen sei weder für die USA noch für die Welt gut.

Der Ausstieg der Vereinigten Staaten - weltweit nach China zweitgrößter Produzent von Treibhausgasen - wäre möglicherweise ein massiver Schlag gegen das internationale Regelwerk. Auch von US-Unternehmen und Politikern des Landes hagelte es Kritik. "Diese Regierung schliesst sich einer kleinen Handvoll Nationen an, die die Zukunft verleugnen", hiess es in einer Stellungnahme. Die EU-Spitze warnte die USA vor dem Ausstieg. Trotzig versicherten sich die Europäer, das wegweisende Abkommen von 2015 wäre auch ohne die USA nicht tot. Die Natur- und Umweltschutzorganisation WWF sprach von einer "historischen Fehlentscheidung, dass der US-Präsident den Klimakonsens aller Staaten verlassen und sein Land ins Abseits stellen will". Chinas Ministerpräsident Li Keqiang bekräftigte nach einem Treffen mit Merkel, sein Land stehe zu seiner internationalen Verantwortung.

Der Klimapakt von Paris sieht vor, die gefährliche Erderwärmung in einem weltweiten Kraftakt in den nächsten Jahrzehnten zu bremsen und so dramatische Folgen wie Dürren und einen Anstieg der Weltmeere zu mildern. Trumps Vorgänger Barack Obama betonte, dass sich die US-Regierung mit ihrem Rückzug "der Zukunft verweigert".

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker warnte Trump vor dem Ausstieg. "Entschlossener denn je werden wir die Kräfte in Deutschland und Europa bündeln", sagte Merkel in Berlin. Einzigartig ist der Pakt, weil sich erstmals fast alle Länder beteiligen wollen. Auch Apple, Facebook oder Ford kritisierten Trumps Schritt.

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