Wegen Fusion: Weniger Stellenabbau bei Linde als geplant?

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Bernhard Weininger, Aktienanalyst von Independent Research, bestätigt in einer aktuellen Aktienanalyse sein Anlagevotum für die Aktie des Industriegase-Herstellers und Anlagenbauers Linde AG (ISIN: DE0006483001, WKN: 648300, Ticker-Symbol: LIN, Nasdaq OTC-Symbol: LNAGF). Dagegen befürchten Betriebsrat und Gewerkschaften einen Stellenabbau vor allem in Europa und den Verlust der Mitbestimmung. Gegen alle Proteste der Arbeitnehmerseite stimmte der Aufsichtsrat des Dax-Konzerns dem Zusammenschluss am Donnerstag in München zu. Den Vorsitz im Aufsichtsrat soll Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle übernehmen. Für den Fall einer Fusion hat der Vorstand den deutschen Beschäftigten Kündigungsschutz und Standortgarantien bis 2021 zugesichert.

Ob es im Aufsichtsrat bei der Abstimmung zu einem Patt zwischen Arbeitnehmer- und Kapitalseite kam und Reitzle den Fusionsvertrag mit seiner doppelten Stimme als Aufsichtsratschef durchsetzte, wurde nicht mitgeteilt.

Die Aktionäre stehen hinter der Fusion, sie erwarten Synergien von einer Milliarde Euro jährlich. Letzte Hürde wäre dann die Zustimmung der Kartellbehörden in Europa und den USA. Befürchtungen der Belegschaft, der könnte europaweit bis zu 10 000 Linde-Arbeitsplätze kosten, nannte er "komplett obsolet". Linde-Chef Aldo Belloni sagte, er habe am Morgen mit Angel an einer Betriebsversammlung im größten Linde-Werk Pullach teilgenommen, und es habe sogar Applaus gegeben.

Linde beschäftigt in Deutschland 8000 Mitarbeiter, vom Großraum München über Leuna bis Worms am Rhein. "Er wird selbstverständlich weitergeführt und weiter erweitert werden".

Auf die Frage an den Praxair-Chef Angel, wie die transatlantische Fusion mit der künftigen neuen Holding in Irland in die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump passt, US-Firmen zu stärken, gab er eine ausweichende Antwort. "Wir befinden uns nicht in Verhandlungen mit der Trump-Regierung", sagte Angel.

Die Fusion wurde gegen den heftigen Widerstand der Linde-Betriebsräte und Gewerkschaften in Deutschland besiegelt.

Kartellauflagen erwartet Angel vor allem in Amerika, wo der neue Konzern fast die Hälfte seines Geschäfts macht. "Allerdings bleiben wir bei unserer Auffassung, dass eine Hauptversammlung den Zusammenschluss eigentlich hätte genehmigen müssen", sagte DSW-Vizepräsidentin Daniela Bergdolt der dpa. Billigt das Kontrollgremium die Fusion, würde jedem Linde-Aktionäre in einigen Wochen ein Umtausch-Angebot für die alten Linde-Aktien in Anteilsscheine des neuen Konzerns vorgelegt. Der neue Anlagenkomplex soll Ausgangsstoffe für die Kunststoffherstellung erzeugen, wie Linde am Freitag mitteilte. Bei einer Annahmequote unter 75 Prozent könnte die Fusion noch platzen.

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