Weisses Haus reagiert auf Kritik am Klima-Entscheid

Mit Gegenvorwürfen hat das Weiße Haus auf die heftigen Reaktionen zum angekündigten Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen reagiert.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Präsidentensprecher Sean Spicer sprach der Chef der US-Umweltbehörde (EPA), Scott Pruitt, von einer "mutigen" Entscheidung. Er warf insbesondere Europa vor, den USA mit dem Klimavertrag schaden zu wollen. Er fragte: "Warum wollen Europas Spitzenpolitiker, dass wir drin bleiben?"

Pruitt ist ein erklärter Befürworter des US-Austritts aus dem Klimaabkommen. In seiner Zeit als Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Oklahoma hatte er sich auf die Seite der Öl- und Gaskonzerne gestellt und war gegen von der EPA verhängte Auflagen für die Branche vorgegangen.

Bildlegende: Der Leiter der US-Umweltbehörde, Scott Pruitt, hat sich vor den Medien zum Klima-Entscheid geäussert. Die Frage, ob Präsident Donald Trump den Klimawandel inzwischen als real betrachte, beantwortete der EPA-Chef auch nach mehrmaligem Nachhaken nicht.

Pruitt äußerte sich auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Sprecher des Präsidenten, Spicer, im Weißen Haus in Washington. Er habe nicht "die Gelegenheit" gehabt, mit ihm darüber zu sprechen, sagte Spicer vor erstaunten Journalisten. Das Pariser Abkommen gehe einseitig zu Lasten seines Landes und koste Jobs.

Mit der Ankündigung Trumps, aus vom globalen Klimaabkommen von Paris, das in unzähligen Verhandlungsrunden über Jahre erarbeitet worden ist, auszusteigen, stehen die USA weitgehend isoliert da. "Es war eine politische Entscheidung, und es ist wichtig, dass alle anerkennen, dass die Vereinigten Staaten eine grossartige Bilanz bei der Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen vorweisen", sagte er am Freitag.

Während des Präsidentschaftswahlkampfs hatte Trump gesagt, dass er nicht an den Klimawandel glaube. Davor hatte er ihn auch schon einmal als Erfindung der Chinesen bezeichnet, mit dem Ziel, den USA zu schaden. Deshalb will der US-Präsident eine Mauer an der Grenze bauen und die Mexikaner dafür bezahlen lassen.

Mexiko allerdings denkt nicht daran, für die Mauer zu zahlen.

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