Terroranschlag von Manchester: Drei Festnahmen

Prinz William dankte Polizisten in Manchester

Der Vater des mutmaßlichen Attentäters von Manchester hat nach eigener Darstellung keine Hinweise darauf gehabt, dass Salman Abedi einen Anschlag begehen würde.

In Manchester sind am Donnerstagmorgen zwei weitere Verdächtige im Zusammenhang mit dem Anschlag vom Montagabend festgenommen worden. Dieser Bruder habe, so die libyschen Behörden, eingeräumt, wie der Attentäter ebenfalls IS-Mitglied zu sein. Er sei mit den Einzelheiten des Anschlags vertraut gewesen und habe eingeräumt, zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu gehören. Details zu ihnen nannte Hopkins nicht, einer der Festgenommenen soll aber Bruder des Attentäters sein.

Mehr als ein Dutzend Schwerverletzte des Attentats vom Montag mit 22 Toten schweben noch immer in Lebensgefahr.

Die britische Regierung vermutet, dass US-Geheimdienstquellen forensische Aufnahmen vom Tatort der "New York Times" zugespielt und damit die Ermittlungen in Gefahr gebracht haben. Am zweiten Tag nach dem Anschlag waren noch 20 Menschen in kritischem Zustand. Vor einigen Jahren sollen sie wieder in ihre nordafrikanische Heimat zurückgezogen sein. Der 22-Jährige sei dem britischen Geheimdienst bekannt gewesen, aber nicht regelmäßig überprüft worden, hieß es.

Das bislang jüngste Todesopfer der Attacke auf die Konzerthalle in Manchester war ein achtjähriges Mädchen. Das Militär kann jetzt nach Ausrufung der höchsten Sicherheitsstufe die Polizei unterstützen. Der weltberühmte Wachwechsel vor dem Buckingham-Palast wurde für Mittwoch abgesagt, um Personal für anderen Aufgaben freuzustellen. Auf dem Weg nach Manchester sei er dort umgestiegen, hielt sich nach Angaben der Düsseldorfer Polizei aber nur im Transit- und Sicherheitsbereich des Flughafens auf. Aus Respekt vor den Opfern sagte der FC Chelsea seine geplante Siegesparade zum Gewinn der englischen Fußballmeisterschaft ab. Im Gedenken an die Opfer des Terrorakts hatten sich beide Mannschaften vor Beginn zu einer Schweigeminute versammelt.

Unterdessen sagte die US-Sängerin Ariana Grande mehrere Konzerte ihrer Tournee ab, darunter jenes in Zürich am 5. Juni. Angesichts der Ereignisse sei es unangemessen, die Parade wie geplant am Sonntag in London zu veranstalten. "Diese Präsenz in bestimmten Gebieten soll für Sicherheit sorgen". Bis dahin wolle man die Situation neu bewerten.

Abedi wurde den Behörden zufolge als Sohn libyscher Eltern in Großbritannien geboren. Gemeinsam sandten sie am Donnerstag eine Videobotschaft, die am Rande des Evangelischen Kirchentages in Berlin aufgezeichnet wurde. Insgesamt befinden sich in Großbritannien inzwischen acht Personen in Haft. Nach dem Anschlag hat Großbritannien erstmals seit zehn Jahren die Terrorwarnstufe auf das höchste Niveau ("critical threat level") angehoben. Dies bedeutet, dass ein weiterer Anschlag unmittelbar bevorstehen könnte. Auch diese Festnahmen seien in einem südlichen Viertel der Stadt erfolgt, wo bereits am Vortag ein junger Mann von der Polizei gefasst worden war, teilte die Polizei mit. Sie betonte, die militärischen Kräfte stünden dabei unter dem Kommando der Polizei.

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