Im britischen TV May und Corbyn preisen sich als Brexit-Verhandler an

May spricht vor Menschen in einem grünen Blazer

Mit einem für sie ungewöhnlichen Kraftausdruck hat die britische Premierministerin Theresa May ihre Entscheidung verteidigt, die Parlamentswahl überraschend um drei Jahre vorzuziehen. Sie macht nicht den Eindruck, als ob sie den britischen Wahlkampf aus vollem Herzen genieße. "Ich finde es einfach wichtiger", antwortet May, "mit den Leuten vor Ort direkt zu reden und ihre Fragen zu beantworten, als im Fernsehen aufzutreten". Ein direktes Duell hatte May abgelehnt. Von 18 auf 6 Prozent ist der Vorsprung von May auf die unter Jeremy Corbyn (68) nach links gerückte Labour-Partei (Sozialdemokraten) innerhalb von nur zwei Wochen geschrumpft. Sie werde in Brüssel die besten Bedingungen für ihr Land nach dem Austritt aus der Union erstreiten. Warum kneift sie? Warum will sie ihre "starke und stabile Führerschaft" nicht demonstrieren?

() Als die britische Premierministern Theresa May im April vorgezogene Neuwahlen verkündete, setzte sie auf einen haushohen Sieg - aber je näher der Wahltag am 8. Juni rückt, umso größer werden die Unwägbarkeiten. Da muss in der Kampagne der Konservativen wohl einiges schiefgelaufen sein. Einst wirkte sie souverän - zumeist wenn sie vorbereitete Reden verlas.

Erweist sich schon Mays Performance als nicht so überzeugend wie erhofft, so hat den konservativen Wahlkampf vor allem ein gigantischer Patzer aus der Spur geschleudert.

Taktisch gesehen, hätte man kaum einen schlimmeren Schnitzer machen können. Nicht nur wird der winterliche Heizkostenzuschuss gekürzt und der Zuwachs der Sozialrenten begrenzt. Denn die von ihr ins Visier genommenen Rentner gehören zu der Kernwählerschaft der Konservativen. Ein Protestsong gegen May mit dem Refrain "She's a liar" (Sie ist eine Lügnerin) schaffte es in den Charts nach weit oben. Nach jüngsten Meinungsumfragen liegt der Vorsprung ihrer Partei inzwischen allerdings deutlich unter den damals vorhergesagten 20 Prozentpunkten.

Laut einer aktuellen "YouGov"-Befragung können die Konservativen mit 42 Prozent (das entspräche 310 von 650 Sitzen im Unterhaus) rechnen - gefolgt von Labour mit 39 Prozent (260 Mandate)". Das ohnehin seit dem Brexit-Referendum schwächelnde Pfund sank weiter gegenüber dem Euro. Sollte Theresa May nur eine geringe Parlamentsmehrheit erringen, dürfte die Landeswährung weiter fallen, denn man geht davon aus, dass ihr dann die Brexit-Hardliner in der konservativen Fraktion das Leben schwer machen werden.

London Auf den letzten Metern wird die Wahl in Großbritannien noch spannend.

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