Literatur: Spanischer Schriftsteller Juan Goytisolo gestorben

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                           APA  EPA  JORGE GONZALEZ

Seit Jahren galt der Katalane als Kandidat für den Literaturnobelpreis. Er erinnerte sich bis ins hohe Alter noch gern an die Leseabende mit seiner Mutter Julia Gay und deren umfangreiche Bibliothek.

Der mehrfach ausgezeichnete spanische Schriftsteller und Orientexperte Juan Goytisolo ist tot.

Juan Goytisolo wurde am 5. Januar 1931 als Sohn einer wohlhabenden Familie in Barcelona geboren und wuchs dort auch auf.

Mit seinem Heimatland hatte sich der "bedeutendste lebende Schriftsteller Spaniens" (so das Urteil des großen mexikanischen Dichters Carlos Fuentes vor zehn Jahren) zwischenzeitlich wieder versöhnt - nach den Parlamentswahlen 2004, aus denen der Sozialist José Luis Zapatero als Sieger hervor ging: "Regierungschef Aznar wollte den Schulterschluss mit den Großmächten". Nach dem Tod seiner langjährigen Ehefrau, der französischen Autorin, Übersetzerin und Schauspielerin Monique Lange, im Jahr 1996 ließ sich Goytisolo in Marokko nieder. Den Verlust prägte ihn tief. In Spanien waren seine Werke von 1963 bis zum Tod Francos im Jahr 1975 verboten. In seinen Büchern rechnete der Autor mit der Rückständigkeit der spanischen Gesellschaft während der Franco-Diktatur (1939-1975) ab.

"2014 war Goytisolo, dessen Werke in deutscher Übersetzung im Suhrkamp Verlag erschienen sind, mit dem Cervantes-Preis, der wichtigsten Auszeichnung für spanischsprachige Literatur, geehrt worden". Goytisolo galt als Mittler zwischen Kulturen und Religionen.

In den 1960er Jahren unternahm der Autor viele Reisen, unter anderem nach Lateinamerika, Nordafrika und in den Nahen Osten. Er unterrichtete danach an verschiedenen US-Universitäten, bevor er in seinen zweiteiligen Memoiren über seine Kindheit und Jugendzeit und unter anderem auch über seine Homosexualität schrieb.

Zu den bekanntesten Werken Goytisolos zählen neben "Trauer im Paradies" die Trilogie "Identitätszeichen", "Rückforderung des Grafen Don Julian" und "Juan ohne Land".

In seinem letzten, 2008 veröffentlichten Roman "El exiliado de aquí y de allá" (Der Exilant von hier und da) stellte er den Konsumwahn und die Macht der Religion an den Pranger. Er reiste in einem Schützenpanzer während des Balkankrieges durch Bosnien und verarbeitete seine Eindrücke in dem kontrovers diskutierten Roman "Das Manuskript von Sarajevo" (1999).

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