Amtshilfe übers Telefon: Münchner Feuerwehr rettet Säugling in Kassel

Münchner Feuerwehr rettet Baby in Kassel - per Telefon

Die Feuerwehr als Lebensretter - das gehört für die Münchner Berufsfeuerwehr beinahe zum Alltag, so wie für ihre Kollegen andernorts auch.

Als ihr Kind zu ersticken droht, ruft die Frau ihre Schwester in München an. Doch dass ein Münchner Feuerwehrmann einem Baby in exakt 385 Kilometer Entfernung das Leben rettet, noch dazu per Telefon, ist alles andere als gewöhnlich.

Guido geriet dort bereits am Abend des 24. Mai "in eine schwere Atemkrise", meldete die Pressestelle der Feuerwehr am Montag.

Diese wiederum verständigte sofort über den Notruf die Integrierte Leitstelle der Berufsfeuerwehr. Diese wiederum stellte ihr Mobiltelefon auf Lautsprecherbetrieb und fungierte so als Übermittlerin und Übersetzerin der Anweisungen für die Erste Hilfe. Über den Lautsprecher des Mobiltelefons konnte die Münchner Leitstelle am eigenen Telefon das Geschehen in Kassel verfolgen. Der zuständige Mitarbeiter gab den Hinweis, den Säugling mit dem Bauch und Kopf nach unten auf den Unterarm der Mutter zu legen. Mit ihrer Hilfe forderte der Brandinspektor die Mutter des kleinen Jungen auf, ihm vorsichtig zwischen die Schulterblätter zu schlagen.

Vermutlich habe ein Fremdkörper in der Luftröhre des Kindes zu dem Atemstillstand geführt.

Während der Disponent seit dem Beginn der telefonischen Anweisungen nur die Schwester und die Kasseler Mutter mit aufgeregten Stimmen hören konnte, zeigten die Maßnahmen nach kurzer Zeit Erfolg. Der Säugling wurde in eine Kasseler Kinderklinik zur stationären Behandlung gebracht.

Der Münchner Feuerwehrmann hielt den Telefonkontakt aufrecht, bis der örtliche Rettungsdienst in der Kasseler Wohnung eintraf. Der Helfer konnte plötzlich das Schreien und somit ein Atmen von Guido hören. Nach zwei Tagen konnte das Kind wohlbehalten wieder entlassen werden.

Die aus dem Togo stammende Mutter des kleinen Guido spricht so gut wie kein Deutsch und wusste sich nicht anders zu helfen, als ihre in München lebende Schwester anzurufen.

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