Ägypten: USA wollen diplomatische Spannungen im Golf entschärfen

Die Skyline von Katars Hauptstadt Doha

"Solange die Militäroperation läuft, müssen wir alle unsere diplomatischen und traditionelleren Aufklärungsmöglichkeiten nutzen, um Druck auf die Regierungen Katars und Saudi-Arabiens auszuüben, die finanzielle und technische Unterstützungen an den IS und andere radikale Gruppierungen in der Region leisten", geht aus der von WikiLeaks veröffentlichten E-Mail hervor. Katar umarme zahlreiche Terrororganisationen, um der Stabilität in der Region einen Schlag zu versetzen.

In einer einzigartigen diplomatischen Strafaktion haben die vier wichtigsten Golfstaaten plus Ägypten am Montag ihre Beziehungen zu Katar gekappt und damit in den eigenen Reihen das tiefste Zerwürfnis seit Jahrzehnten ausgelöst. Sie werfen dem Land vor, Terror-Organisationen zu unterstützen. Direkte, transparente Verhandlungen auf politische und friedliche Weise seien die einzige Methode zur Lösung der Meinungsverschiedenheiten zwischen Katar und den anderen arabischen Ländern. Das US-Präsidialamt teilte mit, Präsident Donald Trump werde sich bemühen, die Lage zu deeskalieren.

Ägypten setzte auch sämtliche Luft- und Schiffsverbindungen nach Katar aus.

Die Fluggesellschaften Emirates und Etihad sowie zwei jeweils in Dubai und Schardscha ansässige Billigfluggesellschaften teilten unabhängig voneinander mit, ab Dienstag ihre Flüge nach Katar einzustellen.

Außerdem wurde Katar aus der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition ausgeschlossen, die im Jemen gegen schiitische Rebellen kämpft. Saudi-Arabien klagt Katar zudem an, Milizen mit Kontakten zum Erzrivalen Iran zu fördern. Das katarische Außenministerium erklärte, die Maßnahmen seien ungerechtfertigt und basierten auf falschen Behauptungen. Auch der Jemen brach die diplomatischen Beziehungen zu Katar ab. Die USA unterhalten enge Beziehungen zu Katar. Ein neuer Höhepunkt im kalten Krieg zwischen Saudi-Arabien und Iran.

Es könnte auch schon bald zu Engpässen im Lebensmittelhandel kommen.

In Katar soll 2022 die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen werden. "Es sind noch fünf Jahre bis zum Anpfiff der WM". Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Reinhard Grindel, schloss einen Boykott des Turniers nicht grundsätzlich aus. Die Militärbasis Al-Udeid in Katar ist der größte Standort für die US-Luftwaffe in der Region und für die USA von zentraler Bedeutung im Kampf gegen die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). In Katar befindet sich der größte Militärstützpunkt der USA in der Region.

US-Außenminister Rex Tillerson rief die Streithähne am Golf auf, ihre Differenzen durch Dialog beizulegen und spielte die Folgen für die internationale Allianz gegen den "Islamischen Staat" herunter. Das US-Militär befürchtete zunächst keine Auswirkungen für seine Einsätze im Nahen Osten, etwa im Kampf gegen den IS. "Was nun geschieht, ist ein vorläufiges Ergebnis des Schwertertanzes", erklärte ein ranghoher Mitarbeiter von Präsident Hassan Ruhani.

Für die arabischen Potentaten war der Trump-Besuch in Riad die langersehnte Absolution.

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