Konflikt um Katar: Trump stellt sich auf die Seite Riads

Konflikt um Katar: Trump stellt sich auf die Seite Riads

Und: Katars Politik läuft vielen Einzelinteressen zuwider.

Hochhäuser in Doha bei Nacht.

Nachbarstaaten kappen alle Beziehungen zu Katar Bahrain, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und auch Ägypten haben das Emirat scheinbar gemeinsam isoliert.

Bild 4 / 6 Vorrat: In einem Supermarkt in Doha haben Kunden einen Einkaufswagen bis oben hin mit Trinkwasser und Lebensmitteln gefüllt. Inoffizieller Vorwurf: Der Emir von Katar kooperiere auch mit Iran - dem Hauptgegner Saudi-Arabiens.

Während seiner jüngsten Reise in den Nahen Osten habe er gesagt, dass es keine Unterstützung radikaler Ideologien mehr geben dürfe, schrieb er auf Twitter. Das katarische Streben nach außenpolitischen Erfolgen ist den dort Herrschenden schon immer ein Dorn im Auge. Sie kritisierte Anfang des Jahres Katars nachlässige Bemühungen, die Terrorfinanzierung zu stoppen.

In der diplomatischen Krise um den Golfstaat Katar rufen zahlreiche Länder zum Abbau von Spannungen auf.

Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Ägypten und Jemen hatten zuvor alle Kontakte mit Katar abgebrochen. Die Nachbarländer schlossen zudem ihre Grenze.

Auch die von Saudiarabien angeführte Militärkoalition, die seit März 2015 Luftangriffe auf mutmassliche Stellungen von Aufständischen im Jemen fliegt, schloss Katar aus. Es ist ein wichtiges Luftverkehrsdrehkreuz und Austragungsort der Fußball-WM 2022. Diese Staaten werfen Doha die Unterstützung terroristischer Organisationen sowie eine Destabilisierung der inneren Situation in den Ländern vor.

Trump hatte die Golf-Staaten im Mai bei einem Gipfel in Riad auf einen Pakt gegen den Terror eingeschworen. Wie Salman wetterte auch der US-Präsident gegen den Iran und versprach den Saudis zugleich Waffengeschäfte in ungekannter Milliardenhöhe.

Das katarische Aussenministerium teilte damals mit, Unbekannte hätten die Nachrichtenseite der Qatar News Agency (QNA) gehackt und einen gefälschten Bericht über eine Rede von Scheich Tamim verbreitet. Damit drängt sich der Verdacht auf, dass für den Abbruch der Beziehungen zu Katar auch andere Motive eine zentrale Rolle spielen. Mit Scheich Tamim wollte er vor allem über Waffengeschäfte reden. Auch das Gipfeltreffen der Golfstaaten mit US-Präsident Donald Trump in Riad vor knapp drei Wochen nutzte König Salman für eine Schimpftirade gegen den Iran. Die USA sind mit allen Konfliktparteien eng verbündet. Was vor 100 Jahren der Schutzvertrag mit den Briten war, das ist heute der Vertrag mit den USA über die Luftwaffenbasis Al Udeid. Kuwaits Emir Sabah al-Ahmad al-Dschabir al-Sabah machte sich am Dienstag auf den Weg nach Saudi-Arabien, wie die staatliche kuwaitische Nachrichtenagentur Kuna meldete.

Katar habe nun laut Lüders ein riesiges Problem: "Es kann wirtschaftlich diesem Druck sicherlich standhalten, aber wenn nicht vermittelt wird, kann die Krise sehr schnell außer Kontrolle geraten". Das Verhältnis Katars zum Iran sei dabei nur ein wichtiger Punkt, der andere sei der Umgang mit den Muslimbrüdern. Auch damals übernahm Kuwait eine Vermittlerrolle. Saudi-Arabien erklärte, sie würden "sofortige rechtliche Maßnahmen" einleiten, um jeglichen Handels- und Personenverkehr in den Staat Katar auszusetzen. Das Emirat hält unter anderem Anteile am Volkswagen-Konzern.

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