USA wollen diplomatische Spannungen im Golf entschärfen

Menschen kaufen in einem Supermarkt in Katars Hauptstadt Doha auf Vorrat ein. Mehrere arabische Golfstaaten und Ägypten haben die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Quelle dpa

Katar ist nun isoliert in der Region, das Vorgehen Riads und seiner Alliierten dürfte erhebliche politische und wirtschaftliche Konsequenzen haben.

In Saudi Arabien, Baharain, Ägypten, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten kommt es zu diplomatischen Spannungen mit Auswirkungen auf den Flugverkehr.

Begründet wird dieser überraschende Schritt mit dem Vorwurf, Qatar würde terroristische Gruppen - wie die Muslimbrüder, al-Qaida, Hamas und IS - unterstützen und damit die Region destabilisieren. Mit Misstrauen beäugen Riad und Abu Dhabi seit Jahren die eigenständige Aussenpolitik Katars, das bei einer Bevölkerung von 1,9 Millionen nur 300'000 Bürger hat und seinen Einfluss auf Reichtum aus der Gasförderung gründete. Aussenminister Rex Tillerson empfahl bereits Gespräche zwischen den Golfstaaten.

Ende Mai war ein sei längerem schwelender Konflikt mit Katar offen ausgebrochen, nachdem durch einen angeblichen Hackerangriff falsche Meldungen über die katarische Nachrichtenagentur verbreitet wurden. Die unmittelbaren Nachbarn erklärten zudem die Grenzen für geschlossen.

Auch die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, die seit März 2015 Luftangriffe auf mutmaßliche Stellungen von Aufständischen im Jemen fliegt, schloss Katar aus. Ägypten und Saudi-Arabien schlossen den Luft- und Seeraum für Katar - was vor allem die Fluglinie Qatar Airways betrifft, einen der größten Passagierbeförderer der Region. Qatarische Diplomaten müssen die betroffenen Staaten innerhalb von 48 Stunden verlassen.

Der katarische Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani sagte dem Nachrichtennetzwerk Al-Dschasira in Doha, dass sein Land all jene ablehne, die Katar ihren Willen aufzwingen oder sich in die inneren Angelegenheiten des Emirats einmischen wollten. Die Länder werfen Katar vor, Terrororganisationen wie den Islamischen Staat (IS) sowie den Iran zu unterstützen.

Kairo legte, laut einer Erklärung des ägyptischen Außenministeriums, die diplomatischen Beziehungen wegen der "feindlichen Haltung" Katars auf Eis.

Nach dem Zerwürfnis zwischen Katar und führenden arabischen Staaten bemühen sich die Großmächte um eine Entspannung. Außerdem werden vom Luftstützpunkt Al-Udeid aus Angriffe der von den USA angeführten Anti-IS-Koalition gegen die Terrormiliz im Irak und Syrien geflogen.

Saudi-Arabien begründete die Einstellung der diplomatischen Beziehungen mit Katars Unterstützung für "diverse terroristische und sektiererische Gruppen mit dem Ziel, die Region zu destabilisieren".

Der regierende Emir Katars, Tamim bin Hamad al-Thani, hatte am 27. Mai den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani angerufen, um ihm zur Wiederwahl zu gratulieren.

Der Fußball-Weltverband FIFA kommentierte den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Katar nicht. Ägypten, Saudi-Arabien und die VAE haben die Islamisten als Terrororganisation verboten.

Das Verhältnis mehrerer Golfstaaten zu Katar ist seit langem angespannt.

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