Forsa-Umfrage: Nur wenige Nichtschwimmer im Norden

Ein Kind mit Schwimmring geht im Geibeltbad in Pirna an einem Rettungsring vorbei

59 Prozent von ihnen sind keine sicheren Schwimmer, wie aus einer von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Hannover veröffentlichten Forsa-Umfrage hervorgeht.

Was unterscheidet einen geübten von einem unsicheren Schwimmer?

Wenn die Kinder vier oder fünf Jahre alt sind, kann aus Sicht der DLRG problemlos damit begonnen werden, ihnen schwimmen beizubringen.

"Im Durchschnitt besitzen nur 40 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen ein Jugendschwimmabzeichen".

"Als sicherer Schwimmer kann nur gelten, wer die Disziplinen des Jugendschwimmabzeichens in Bronze sicher beherrscht", berichtete Haag weiter. Dafür müssen Kinder innerhalb von 15 Minuten mindestens 200 Meter weit schwimmen. Die Gründe sieht die DLRG sowohl im familiären als auch im schulischen Bereich sowie bei den Bäderschließungen. "Wer Bäder schließt, um Kosten zu senken, handelt fahrlässig und verantwortungslos", sagte er. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der DLRG.

Bezeichnend in diesem Zusammenhang sind auch die Ergebnisse zur Frage "Wann haben Sie schwimmen gelernt?". Die Schwimmausbildung komme an vielen Grundschulen zu kurz oder falle ganz weg, weil kein Schwimmbad erreichbar sei.

Generell sollte jedes Kind in der Schule schwimmen lernen. Mittlerweile haben rund 25 Prozent der Grundschulen keinen Zugang zu einem Bad. "Das ist so nicht hinnehmbar", sagte Haag. "Kinder sollten eine längere Strecke schwimmen können", mahnt der DLRG-Generalsekretär. Dass viele Menschen mit Migrationshintergrund nicht schwimmen können, "liegt auch daran, dass Baden in vielen Kulturkreisen nicht zur Freizeitgestaltung gehört", sagt Schulte-Hülsmann. Hier tut sich ein großes Problem auf, das auch mit dem Rückgang des Schulschwimmunterrichtes zusammenhängt.

In Deutschland können immer mehr Kinder im Grundschulalter nicht richtig schwimmen. Für einen durchschnittlichen Schwimmer halten sich 40 Prozent, als schlechten Schwimmer bezeichnen sich 9 Prozent, und 3 Prozent "outeten" sich als Nichtschwimmer. Die DLRG schätzt hingegen, dass ein Viertel der Erwachsenen Nichtschwimmer oder schlechte Schwimmer sind.

Im Umkehrschluss bedeutet das: Knapp mehr als die Hälfte sind der DLRG zufolge damit unsicher im Wasser oder kaum in der Lage, sich selbst zu retten, wodurch das Ertrinkungsrisiko steige. Das persönliche Urteil über die eigene Schwimmfähigkeit ist natürlich subjektiv. Unter den Befragten, die jünger sind als 44 Jahre, war es schon weniger als die Hälfte, die in der Grundschule schwimmen lernten und bei den unter 30-Jährigen sind es gerade mal ein gutes Drittel. Im vergangenen Jahr ertranken in Deutschland 537 Menschen - ein Höchststand der vergangenen zehn Jahre. In Deutschland waren es 162 Personen weniger als 2015.

In der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung mussten die Lebensretter einen geringen Abwärtstrend hinnehmen. Dies zeige, "dass unsere Retter kein Menschenleben verloren geben und darum kämpfen". "Wir dürfen natürlich die hohe Zahl der Ertrunkenen im vergangenen Jahr nicht unberücksichtigt lassen".

Die Mitglieder der DLRG haben im vergangenen Jahr über 9,1 Millionen Stunden ehrenamtlich für die Allgemeinheit geleistet.

Unter den Leistungen der DLRG waren im Jahr 2016 auch Rettungen von 163 Tieren und Hilfestellungen bei Umweltgefahren in 474 Fällen.

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