Kunstmuseum Bern verkauft Salzburger Gurlitt-Haus

Türschild mit der Aufschrift Cornelius Gurlitt

"Ob das hinterlassene Vermögen zur Deckung der Kosten ausreicht, ist im Moment noch nicht definitiv abschätzbar", führte Brülhart aus. In Gurlitts Wohnung und seinem Haus waren 2012 rund 1500 Kunstwerke beschlagnahmt worden.

Zur Begleichung der Finanzierung von Rechtsstreitigkeiten rund um den Fall Gurlitt kommen die Wohnung des Sammlers in München und sein Salzburger Haus auf den Markt. Wie sich herausstellte, war die Sammlung vom Kunsthändler Hildebrand Gurlitt, einem Kollaborateur des NS-Regimes, zusammengetragen worden; in der Regel war er aber rechtmäßig in den Besitz der Bilder, die als "entartet" angesehen worden waren, gekommen. Bis jetzt seien Kosten in der Höhe von 2,5 Mio Franken (2,3 Mio Euro) angefallen - zum Großteil für die Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Erbschaft.

Die Sammlung gehörte einem einzelgängerischen Rentner namens Cornelius Gurlitt.

In seinem erfolglos angefochtenen Testament vermachte er die Sammlung dem Kunstmuseum Bern. Das Oberlandesgericht München erklärte es jedoch für gültig. In das Schweizer Museum werden nur Werke überstellt, die nach einer Überprüfung nicht als Raubkunst gelten.

Dies, weil die Sammlungen keine Wertanlage sind, sondern den Auftrag haben, das Œuvre eines Künstlers oder ein Kapitel der Kunstgeschichte zu bewahren. Deutschland hat sich verpflichtet, alle Werke zurückzuerstatten, die ihren Besitzern einst von den Nazis geraubt oder ihnen abgepresst wurden. Im März 2014 wurde er nach nur zwei Monaten aus unbekannten Gründen seines Mandats enthoben. Die erste Instanz hatte zugunsten des Kunstmuseums entschieden.

Gleichgültig, wie viele Kosten der medienwirksame Fall Gurlitt dem Kunstmuseum Bern noch verursacht: "Wenn möglich soll der Fall aber kostenneutral ausgestaltet werden: Weder soll das Kunstmuseum eigene Mittel einschiessen müssen, noch soll es wirtschaftlich davon profitieren", versichert Brülhart.

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