Trump führt Isolation Katars auf seinen Besuch in Riad zurück

Mehrere arabische Staaten kappen Beziehungen zu Katar

Und so könnte sich der frontale Versuch, Katar in die Knie zu zwingen, für Saudi-Arabien und seine Alliierten mit der Zeit als Bumerang erweisen. US-Präsident Donald Trump wertete die Isolierung Katars wegen Terrorvorwürfen als seinen Erfolg, Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) kritisierte hingegen die Eskalation.

Schon dort hätten beim Thema Terrorfinanzierung alle Hinweise auf Katar gedeutet. Zugleich begannen Bemühungen um eine Entspannung der schweren diplomatischen Krise. Die Frage, die offen bleibt, lautet jetzt, wie ausgerechnet Trump nach seinem Besuch in Riad diese Krise wieder beilegen will. Die Nachbarländer schlossen auch die Grenzen. Schon Ende 2015 hatte Saudi-Arabien eine Militärallianz zahlreicher islamischer Staaten geschmiedet. DFB-Präsident Reinhard Grindel brachte eine Verlegung der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 ins Spiel, sollten sich die Vorwürfe gegen Katar bestätigen. Das sunnitische Königreich Saudi-Arabien sieht in Teheran einen Erzrivalen in der Region. Unter anderem unterhält das kleine Land gute Beziehungen zum Iran und beherbergt eine Reihe wichtiger Vertreter der Muslimbruderschaft, die von Ägypten, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten als "Terrororganisation" eingestuft wird.

Trump hatte die Golf-Staaten im Mai bei einem Gipfel in Riad auf einen Pakt gegen den Terror eingeschworen.

Ihren Anfang nahm die neue Krise mit Doha, nachdem sich Emir Tamim bin Hamad Al Thani vor einigen Wochen angeblich positiv über Irans stabilisierende Rolle in der Region geäußert hatte. Kuwait ist neben Oman das einzige Land des Golf-Kooperationsrats, das seine Beziehungen zu Katar nicht abgebrochen hat. Der US-Golf-Experte Simon Henderson vergleicht die Lage sogar mit der in Europa vor dem Ersten Weltkrieg und sieht in der aufgeheizten Lage vor allem die USA am Zug: "Anstatt auf den Beginn des Blutbads zu warten, wird Washington schnell handeln müssen, um einen Marsch Richtung Krieg zu stoppen", scheibt er in einer Analyse für die Internetseite des Magazins "Foreign Policy". Trump wolle mit allen Beteiligten sprechen, um die Lage zu beruhigen, teilte das Weiße Haus mit. In Katar befindet sich der größte US-Militärstützpunkt in der Region.

Katar ist ein enger Verbündeter der USA und hat das für den Kampf gegen die IS-Terrormiliz zuständige Hauptquartier stationiert. Kuwaits Emir Sabah al-Ahmed al-Dschabir al-Sabah bemühte sich um Vermittlung in dem Streit.

Sein Land lehne jede Bevormundung durch andere Golfstaaten ab, sagte der katarische Außenminister Mohammed Bin Abdulrahman Al Thani am Dienstag dem Sender Al-Dschasira.

Und auch ein Blick auf traditionelle Rivalitäten der arabischen Welt zeigt, warum die Vorwürfe gegen Katar nur ein Vorwand sind. Riad, Abu Dhabi, Manama und Kairo werfen dem Emirat vor, die Stabilität und Sicherheit am Golf zu gefährden. Außenminister Anwar Karkasch twitterte, der Konflikt könne nur gelöst werden, wenn sich Katars provozierende Politik ändere.

Auf das Golf-Emirat Katar hat der Boykott seiner Nachbarstaaten spürbare Auswirkungen: Am Dienstag trat das von Saudi-Arabien und mehreren anderen Staaten verhängte Flugverbot für katarische Flugzeuge in Kraft. Saudi-Arabien und die Fluggesellschaften Emirates, Etihad, flydubai, Air Arabia und Egypt Air strichen ihre Flüge dorthin. Iran machte Boden gut, seit es sich an die Regeln des Atomabkommens hält und die Wirtschaft des Landes sich nach Aufhebung der Sanktionen erholt und seinen Einfluss in Syrien und im Irak durch militärisches Eingreifen in das Kriegsgeschehen auweitete. Auch steht das reiche Mini-Emirat seit langem im Verdacht, die radikale Muslimbrüderschaft zu unterstützen und allzu gute Drähte zum Iran zu unterhalten.

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