Zeugin im Cosby-Prozess untermauert Vorwürfe

Phylicia Rashad

Cosyb hörte anschließend im Gerichtssaal schweigend zu, wie ihn die Anklage in ihrem Eröffnungsplädoyer beschuldigte, seine Macht und seine Berühmtheit missbraucht zu haben, um das Vertrauen einer Frau ausnutzen, die ihn als Freund und Mentoren betrachtet habe. Bei einem Schuldspruch drohen dem 79-Jährigen mehrere Jahre Haft. Sie hat Cosby erstmals 2002 kennengelernt und sei 2004 von ihm zunächst unter Drogen gesetzt und dann missbraucht worden, lautet ihr schwerer Vorwurf. Nur einer bleibt bei den Missbrauchsvorwürfen entspannt - Cosby selbst. "Ich wollte, dass es aufhört", sagte Constand.

Andrea Constand hat vor Gericht gegen Bill Cosby ausgesagt: Der frühere Fernsehstar habe ihr drei Pillen verabreicht, die sie bewegungsunfähig und hilflos machten, sagte die 44-Jährige.

Rund 60 Frauen werfen Bill Cosby sexuelle Nötigung vor.

Cosby und Constand hatten sich im Jahr 2006 in einem Zivilverfahren gütlich geeinigt. Der Prozess ist für zwei bis drei Wochen angesetzt, und Constand will dabei - im Gegensatz zu dem Fernseh-Star - aussagen. "Ich hatte Todesangst, irgendetwas davon zu erzählen", sagte Johnson, die damals als Assistentin in Cosbys Agentur in Los Angeles arbeitete, im Montgomery County Courthouse in Norristown (US-Bundesstaat Pennsylvania). "Ich hatte höchsten Respekt und Bewunderung für ihn, beruhend darauf, was Millionen andere Amerikaner, vor allem Afroamerikaner, über ihn dachten", sagte die Frau. Doch seine Annäherungsversuche, ständige Anrufen bei ihr zu Hause seien ihr unangenehm gewesen. Sie vertritt Kelly Johnson, die bis zum Montagnachmittag als "Prior Alleged Victim Six" bekannt gewesen ist und unter Tränen beschreibt, wie Cosby sie vor mehr als 20 Jahren betäubt und belästigt habe. "Ich war extrem verängstigt, ich war sehr nervös". Mit zitternder Stimme und Tränen in den Augen führte sie fort: "Ich fühlte mich, als sei ich plötzlich unter Wasser und muss dann ohnmächtig geworden sein". Als sie später zu sich kam, lag sie in Cosbys Schlafzimmer im Bett: "Ich trug noch mein Kleid, doch meine Brüste waren entblößt. Er hat ihre Hand genommen, sie auf seinen Penis platziert und masturbiert". Cosby hätte aber darauf beharrt, dass sie sich entspannt und auf eine Couch legt. Es beginnt gleich am Morgen: Die stellvertretende Staatsanwältin Kristen Feden, eine junge Afroamerikanerin, wirkt bei ihrem dramatischen Eröffnungsvortrag so, als habe ihr Cosby, ein Idol für viele Afroamerikaner, auf dem Weg zum Gerichtssaal etwas angetan. In den Momenten, in denen sie aus ihrer Bewusstlosigkeit aufgetaucht sei, habe sie gesehen, wie Cosby "ihren Körper benutzte, um sich sexuell zu befriedigen".

Das dementierte Cosbys Anwalt Brian McMonagle bei seinem Verteidigungsplädoyer vehement: "In der Vergangenheit hat Andrea Constand immer wieder ihre Story geändert". Er wies darauf hin, dass sich ihre Version im Laufe der Jahre gewandelt habe. So habe sie den Ermittlern etwa gesagt, ihn nach jener Nacht im Januar 2004 nicht mehr kontaktiert zu haben, ihn tatsächlich aber mehr als 50-mal angerufen. Teils hätten die beiden dann eine halbe Stunde und länger miteinander gesprochen.

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