Documenta: Flucht und Unsicherheit im Mittelpunkt

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Wegen der räumlichen Verdoppelung und der insgesamt längeren Laufzeit ist damit zu rechnen, dass die documenta 14 erneut einen Besucherrekord aufstellt. In Kassel wie auch in Athen dauert die documenta jeweils 100 Tage.

Kassel steht wieder ganz im Zeichen der Kunst: Der "Parthenon der Bücher" ist ein documenta-Kunstwerk der argentinischen Künstlerin Marta Minujin.

Die documenta 14 wurde von dem polnischen Kurator Adam Szymczyk gestaltet. Dort sagte Szymczyk, der als politischer Kurator gilt, bei der Eröffnung: "Wir müssen wieder Verantwortung übernehmen und wie politische Subjekte handeln, anstatt das einfach den gewählten Vertretern zu überlassen". "Lernen muss das Arbeitsprinzip der documenta sein". Es solle keine Schule und Meister geben, die sagten, was zu tun sei, skizzierte der Ausstellungsmacher seine kuratorische Maxime. Dank an alle, die die Ausstellung in Kassel und Athen finanziert, ermöglicht und auch "in sehr schwierigen Phasen" unterstützt haben, Dank an seine Kuratoren, Assistenten ("dafür, dass sie mich in den letzten Jahren am Leben gehalten haben"), sowie unter anderem namentlich an Oberbürgermeister Bertram Hilgen, Geschäftsführerin Annette Kulenkampff, Prokurist Frank Petri, und ausdrücklich auch an alle Kasseler Bürger.

Mehr als 160 Künstler präsentieren in Kassel an rund 30 Ausstellungsorten bis zum 17. September aktuelle Tendenzen der zeitgenössischen Kunst.

Auf der Pressekonferenz spielte der 2013 aus Syrien geflohene Violinist Ali Moraly ein Geigensolo. Sie erstreckt sich über 30 Orte im Stadtgebiet - darunter viele Museen, aber auch Plätze und Parks, ein Kino und eine Unterführung, eine Halle auf dem Uni-Gelände und die ehemalige Hauptpost in einem Problembezirk der Stadt.

Bilder und Skulpturen sieht man weniger, dafür umso mehr Performances und Aktionskunst auf Straßen und in Gebäuden sowie Filme, Installationen und Dokumentarmaterial.

Die Teilnehmerliste umfasst Namen aus vielen europäischen und noch mehr außereuropäischen Ländern. Dazu haben sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Griechenlands Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos angekündigt. In Athen ist die documenta noch bis 16. Juli zu sehen.

Nicht nur im offizielle Eulen-Logo der diesjährigen documenta, das bekanntlich die Pallas Athene symbolisiert, waren athenische Spuren bereits vor Beginn der Preview unübersehbar.

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