Hat Theresa May sich verzockt?

Die Allianz Kandidatin für West-Belfast Sorcha Eastwood hat im Brautkleid gewählt. Kurz zuvor hatte sie mit Dale Shirlow die Ehe geschlossen

Auf die kleinen und grösseren Städte Mittel- und Nordenglands hat Theresa May in den vergangenen sieben Wochen ihre Anstrengungen konzentriert. Ihre jetzige sehr knappe Mehrheit erreichten sie bei der letzten Wahl mit einem Vorsprung von 6,5 Prozentpunkten. Nach den letzten Umfragen wird es knapp im Rennen um die Downing Street. Dabei gehen die Daten der Umfrageinstitute deutlich auseinander.

Nach der letzten YouGov-Umfrage lagen die Tories mit 42 Prozent der Stimmen nur noch vier Punkte vor Labour mit 38 Prozent. Auch die Quoten bei den Buchmachern deuten auf einen Sieg der Konservativen und auf einen Ausbau der Mehrheit hin. Damals hatten ihre konservativen Tories einen satten Vorsprung vor der oppositionellen Labour-Partei.

Unabhängig vom Ausgang der Unterhauswahlen am Donnerstag dürfte das Schicksal Theresa Mays, der britischen Premierministerin, ein überzeugendes Beispiel für die Gefahren unnötigen Hasardierens für die politischen Lehrbücher und auch dafür liefern, wie schnell sich die Anziehungskraft der neuen Parteiführer nicht nur in Wien oder Berlin verbraucht. ComRes zeigt einen Abstand von zehn Punkten zwischen den Parteien mit 44 zu 34 Prozent. Bei ICM ist der Unterschied mit zwölf Punkten am größten.

Am Samstagabend waren drei Attentäter auf der London Bridge im Herzen der britischen Hauptstadt mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge gerast, anschliessend stachen sie im angrenzenden Ausgehviertel rund um den Borough Market wahllos auf Menschen ein.

Der Altlinke spricht junge Wähler an. Der Chef und Spitzenkandidat der Labour Party will eine gerechtere Gesellschaft für alle. Er gilt aber als führungsschwach.

Weitgehend predigt der Herr mit dem eisgrauen Vollbart vor bereits Bekehrten in Regionen, die solide Labour wählen. Mit diesem Satz beschliesst Herausforderer Jeremy Corbyn gern seine Auftritte - und er wirkt glaubwürdig. "Das ist für mich momentan das Wichtigste".

Simon Kitching (55) entschied sich dagegen für die Tories. "Eigentlich gibt es keine Wahl". Wie sie ihrer Forderung Nachdruck verleihen will, sagte sie nicht; tatsächlich kann ihre Regierung hier kaum etwas ausrichten, zumal die genannten Firmen allesamt nicht in Grossbritannien ansässig sind. Am Mittwoch schickten die Strategen Theresa May sogar unter Menschen, die nicht notwendig für die Konservativen stimmen.

Schliesslich will die Premierministerin, dass der Staat sogenannte Gefährder, also Personen, die einen Terrorakt planen könnten, länger festhalten kann als bisher. SWR-Redakteur Stefan Eich hat mit David McAllister, CDU-Europa-Politiker und Deutsch-Brite, über die Wahl in Großbritannien gesprochen. Die Gespräche mit Brüssel beginnen am 19. Juni. May hatte immer wieder erklärt: "Kein Deal ist besser als ein schlechter Deal". Reporter der Londoner Medien, die der Premierministerin im Wahlkampf folgen, bezeichnen die 60-Jährige als "May-Bot" - ein Wortspiel aus May und Roboter.

Sie war es, die in den sechs Jahren, in denen sie Innenministerin war, 20.000 Stellen bei der Polizei streichen ließ. Auf starke Kritik der Opposition stießen ihre Äußerungen, im Kampf gegen den Terror notfalls Menschenrechte einzuschränken. Oppositionsführer Corbyn verspricht jetzt 10.000 neue Polizeistellen. Sie hofft auf eine klare Parlamentsmehrheit und damit auf mehr Rückenwind für die komplizierten Verhandlungen über den EU-Austritt. Und alle haben sie mit teils grosser Mehrheit für den Brexit gestimmt und damit ihre Unzufriedenheit mit dem Status quo ausgedrückt.

Besonders entscheidend für die Ergebnisse Donnerstagnacht (die ersten Hochrechnungen werden etwa um 23 Uhr veröffentlicht) wird aber die Wahlbeteiligung einer Gruppe sein, die im Normalfall deutlich seltener wählen geht als der Rest: Die Jungen.

Die Wahllokale öffnen um 7 Uhr britischer Zeit und schließen um 22 Uhr. Die Auszählung der Stimmbezirke dauert die ganze Nacht.

Wahllokal in Belfast. Seit dem frühen Morgen haben mehr als 40 000 Wahllokale in England, Schottland, Wales und Nordirland geöffnet.

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