Neuer Zündstoff in Russland-Affäre?

Die Anhörung, bei der Comey unter Eid aussagen wird, wird mit großer Spannung erwartet.

Am 14. Februar, während eines persönlichen Gesprächs zwischen Trump und Comey im Oval Office des Weissen Hauses, zeigte sich dann, was der Präsident unter diesem Begriff versteht. "Ich hoffe, Sie können das sein lassen".

Comey wird in seinen einleitenden Ausführungen während des Hearings, das um 16 Uhr (Schweizer Zeit) in Washington beginnt, noch zwei weitere Gespräche mit dem Präsidenten beschreiben. Im Hinblick auf den "traditionell unabhängigen Status des FBI innerhalb des exekutiven Zweigs" habe er die Bitte des Präsidenten für "sehr Besorgnis erregend" gehalten.

Wie Comey weiter erklärte, forderte Trump wenige Tage nach dem Amtsantritt am 27. Januar bei einem Abendessen seine Gefolgschaft ein. "Ich erwarte Loyalität." Der FBI-Direktor aber sah die Unabhängigkeit seiner Organisation in Gefahr, die sich gemeinhin nicht parteipolitisch instrumentalisieren lässt.

Comey war allerdings nach eigenen Worten besorgt, dass Trump eine Art Klüngelei mit ihm anstrebe. "Das hat mich tief beunruhigt". Comey fertigte von allen seinen Unterredungen mit dem Präsidenten nach eigenen Angaben Protokolle an.

Als Chef der Bundespolizei leitete Comey die Ermittlungen zur mutmasslichen Beeinflussung der Wahl durch Russland und zu Verbindungen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Vertretern der Regierung in Moskau.

Die Affäre kostete Trumps Sicherheitsberater Flynn den Job.

Sessions selbst musste sich bereits aus den Russland-Ermittlungen zurückziehen, weil er selbst undokumentierte Treffen mit dem russischen Botschafter in Washington, Sergej Kisljak, abgehalten hatte. Geheimdienste beschuldigen Russland, sich mit Hackerangriffen in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 eingemischt zu haben, um Trump zu helfen und seiner Konkurrentin Hillary Clinton zu schaden. Belege dafür wurden aber nicht vorgelegt.

Ein Sprecher von Coats sagte der Zeitung, der Geheimdienstchef habe sich "zu keiner Zeit unter Druck gesetzt gefühlt". Coats wird bereits am Mittwoch vor dem Geheimdienstausschuss des Senats aussagen.

In der Russland-Affäre soll es einem Bericht des Senders ABC News zufolge auch zum Streit zwischen Trump und Justizminister Jeff Sessions gekommen sein. Ihre Äusserungen, es sei kein Druck auf sie ausgeübt worden, blieben sehr allgemein gehalten.

Kurz vor der Anhörung der Geheimdienstspitzen hatte Trump seine Wahl für die Nachfolge Comeys bekanntgeben. Neuer FBI-Direktor soll Christopher Wray werden, der früher ein hochrangiger Mitarbeiter des Justizministeriums war und seit Jahren in einer Anwaltskanzlei arbeitet.

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