Partnerschaft Air Berlin will näher an die Lufthansa rücken

Thomas Winkelmann

'Ich prüfe alles, was für Airberlin Sinn ergibt und die Arbeitsplätze langfristig sichert', sagte Winkelmann. Zehn Minuten Verspätung? Darüber würde jeder Air-Berlin-Kunde milde lächeln. Winkelmann, früher Chef der Kölner Lufthansa-Tochter Germanwings, war im Februar auf den Chefsessel von Air Berlin gewechselt. Wie kommentierte ein Passagier in den sozialen Medien so treffend: "Während bei den meisten Fluggesellschaften vielleicht bei der Landung geklatscht wird, gibt es bei der Air Berlin Applaus, wenn es endlich losgeht". "Mir tun die Verspätungen leid", sagte Winkelmann der ZEIT. Dieser liegt ganz klar bei Air Berlin, die sich den Abschluss des Deals über die Gründung des neuen europäischen Urlaubsfliegers innerhalb der nächsten zwölf Monate erhofft. Allerdings wurden am Mittwoch wieder Flüge von Berlin nach Wien, Palma de Mallorca, Zürich und New York abgesagt.

Airberlin-Chef Winkelmann erwägt für die Rettung der hoch verschuldeten Fluggesellschaft eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Lufthansa.

"Das ist blanker Hohn", sagte Winkelmann zu diesen Behauptungen. Vorwürfe, er solle Air Berlin herunterwirtschaften, damit die Lufthansa die kleinere Rivalin schlucken kann, wies er zurück.

Interesse an einer Übernahme hat bekanntlich Lufthansa-CEO Carsten Spohr bereits bekundet. "Ich habe einen Vertrag unterschrieben und den will ich mindestens erfüllen". Doch müssten dazu die Betriebskosten der Fluggesellschaft sinken und Etihad - Air Berlin´s Großaktionärin - müsse die Schulden übernehmen.

Geht es noch schlimmer, haben sich viele Kunden von Air Berlin in den vergangenen Wochen gefragt. Die Lufthansa hat für ihre beiden Töchter Eurowings und Austrian Airlines bereits 38 Maschinen samt Personal von Air Berlin gemietet.

Unterdessen besteht für die Berliner noch eine weitere Hoffnung: Die Air Berlin-Tochter Fly Niki soll unter der Führung von Etihad in einem neuen Flieger-Bündnis mit dem deutschen Ferienflieger Tuifly aufgehen, um die Sanierung von Air Berlin voranzutreiben. Den Kaufpreis von 300 Millionen Euro für die Niki-Anteile haben die Berliner schon erhalten. Auch die Verhandlungen zwischen Tui und Etihad dauern noch an. Air Berlin fliegt seit Jahren Verluste ein, ist mit mehr als einer Milliarde Euro verschuldet und hält sich seit langem nur noch mit Finanzspritzen von Etihad in der Luft.

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