Santander kauft Banco Popular Espanol für einen Euro

Ein Schild der Bank Santander aufgenommen am in Barcelona. | Bild

Damit ist fast zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise die wichtigste Lehre aus der damaligen Bankenrettung in Europa erfolgreich umgesetzt worden.

Mit dem Geld will die Santander die Kapitallücken der übernommenen Banco Popular Espanol, die zuvor von der EZB als nicht überlebensfähig eingestuft wurde, stopfen. Die EZB informierte zugleich den Europäischen Bankenabwicklungsfonds der EU über die Situation bei der spanischen Großbank. Andererseits bleibt freilich gerade ordnungspolitisch ein Gschmäckle in Form der Frage, was MPS hat, was Banco Popular nicht hat, sowie ein unguter Verdacht: dass Banken, die über den nötigen Rückhalt in der Politik ihres Heimatlandes verfügen, auf eine "vorsorgliche Rekapitalisierung" mit Hilfe öffentlicher Mittel hinarbeiten können, Institute aber, denen es daran mangelt, verschwinden müssen. "Die heute getroffene Entscheidung schützt die Einleger und sichert entscheidende Funktionen der Banco Popular", erklärte sie. Die SRB habe einer Auffanglösung zugestimmt, die den Verkauf des notleidenden Instituts an Santander vorsehe. Wirtschaftsminister Luis de Guindos zeigte sich jedoch erleichtert, dass die Steuerzahler verschont wurden: "Das ist ein gutes Ergebnis". Für die spanische Regierung ist der Deal die beste Lösung - vor allem weil der Steuerzahler dieses Mal nicht zahlen muss.

Um die Abwicklung oder Restrukturierung abzufedern, wird zudem ein Abwicklungsfonds aufgebaut, in den die Banken bis Ende 2013 rund 55 Milliarden Euro einzahlen sollen. Am Mittwoch wurde die Aktie vom Handel ausgesetzt.

"Alle Sparer haben weiterhin Zugriff auf alle ihre Einlagen", teilte die EU-Kommission mit. Im Jahr 2016 verwaltete Popular nach eigenen Angaben Einlagen in Höhe von insgesamt 96,6 Milliarden Euro.

Das Haus erhöht die Vorsorge für Problemkredite um 7,9 Milliarden Euro und führt daher eine entsprechend große Kapitalerhöhung über 7 Milliarden Euro durch, was den Aktienkurs von Santander belastet, der um zwei bis drei Prozent untertags nachgab.

Ana Botín festigt mit dem Deal die Vormachtstellung ihres Instituts in Spanien - und verlor dabei kaum Zeit. Das SRB beweist mit der Abwicklung des Banco Popular nun in zumindest einem Fall, dass es Sinn hat, in Brüssel eine gut 200 Beschäftigte zählende Behörde mit Bankenabwicklung zu befassen.

Der Zukauf komme zur richtigen Zeit, warb Santander um das Vertrauen der Anteilseigner. Durch den Zukauf werde man ab 2019 Einnahmen und Gewinn beschleunigen. Die Großbank verspricht sich zudem ab 2020 Einsparungen von 500 Millionen Euro. Milliardenschwere Staatshilfe für Krisenbanken wie zuletzt sollen so möglichst vermieden werden.

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