Studie: Jede fünfte Erbschaft liegt künftig über einer

Ein Testament wird handschriftlich verfasst

Nur jeder achte Deutsche findet es dabei wichtig, die Verteilung einer Erbschaft zuvor mit allen Beteiligten zu besprechen.

Berlin In Deutschland rollt die große Erbschaftswelle: 35 Prozent der Erwachsenen, also mehr als jeder Dritte, hat mindestens schon einmal geerbt. Immobilien nehmen dabei eine immer größere Bedeutung ein, zeigt eine Studie. Hessen ist hier mit 24 Prozent Spitzenreiter, gefolgt von Bayern und Hamburg.

Generell werden Erbschaften dem Bundesländer-Vergleich zufolge immer mehr zum Massenphänomen. Auf Basis von 7.432 Online-Interviews wurde im April 2017 ermittelt, wie viele Erwachsene schon einmal geerbt haben, zukünftig ein Erbe erwarten oder selbst planen, ein Erbe zu vergeben.

Ein Testament wird handschriftlich verfasst
Ein Testament wird handschriftlich verfasst

Demnach haben etwa ein Fünftel der Erbschaften (19 Prozent) in Westdeutschland einen Wert von mehr als 100.000 Euro. Dafür spielen Bargeld und Schmuck eine deutlich wichtigere Rolle. Bislang waren Häuser, Grundstücke und Wohnungen nur in jedem dritten Erbe erhalten. Wesentlicher Grund dafür sind Immobilien, die künftig wahrscheinlich schon in mehr als jedem zweiten Erbe enthalten sein werden. Geht es um die Regelung des Erbes, gab jeder Zweite an, er halte eine gleichmäßige Verteilung des Vermögens unter den Erben für gerecht. 20 Prozent finden es in Ordnung, wenn Menschen, die es nötig haben, mehr bekommen oder sogar das gesamte Erbe. So trifft dies in Rheinland-Pfalz auf 46 Prozent aller Erbschaften zu, in Baden-Württemberg auf 42 Prozent, in Sachsen aber nur auf 22 Prozent.

Regionale Unterschiede gibt es auch bei Erbstreitigkeiten. Das ist hier in 16 Prozent der Erbschaften der Fall. Im Saarland, wo die Eigenheimquote relativ groß ist, ist der Anteil mit 20 Prozent dabei fast doppelt so hoch wie in Sachsen-Anhalt mit elf Prozent.

Bedarf haben die Deutschen an mehr Informationen zum Thema Erben und Vererben, besonders wenn es um die Themen Erbschaftsteuer und Testamente geht: Knapp die Hälfte der Befragten fühlt sich nicht ausreichend informiert. Das ergibt eine bundesweite, repräsentative Studie der Quirin-Privatbank in Zusammenarbeit mit dem internationalen Marktforschungsinstitut Yougov Deutschland. Das ist nur eine halb so hohe Quote wie im Bundesdurchschnitt (16 Prozent). Und tatsächlich haben die Saarländer bundesweit am häufigsten auch vor, eine Immobilie zu vererben. Die "Rheinische Post" berichtete unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der Kreditwirtschaft, dass sich immer weniger Berufseinsteiger und junge Familien Wohneigentum in Großstädten leisten können. Zurzeit sind es unter 40 Prozent.

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