Teheran: Nach Doppelanschlag 6 Terroristen getötet

Blick ins Innere des iranischen Parlaments wo es zu einem Anschlag kam

Das IS-Sprachrohr Amak meldete, IS-"Kämpfer" hätten die Anschläge verübt.

Iranische Polizisten vor dem Parlamentsgebäude in der Hautstadt Teheran. Am Nachmittag teilte sie mit, dass alle Attentäter getötet worden seien. Neben den sechs Terroristen - vier von ihnen wurden erschossen, zwei sprengten sich in die Luft - kamen mindestens zwölf Zivilisten und Wächter ums Leben, 42 Menschen wurden verletzt. Dabei sprengte sich einer der bewaffneten Angreifer im Inneren des Gebäudes in die Luft. Sie stürmten den Parlamentskomplex im Stadtzentrum und das Mausoleum des Staatsgründers südlich von Teheran. Laut dem stellvertretenden Innenminister des Irans, Mohammed Hossein Solfaghari, hätten männliche Angreifer offenbar Frauenkleidung (also auch einen Niqab) getragen. Ein Angreifer zündete seinen Sprengstoffgürtel in einem Bürogebäude des Parlaments, wo sich die Angreifer verschanzt hatten.

Blutspur an einer Mauer des iranischen Parlaments.

Die anderen drei wurden erschossen.

Der Anschlag ereignete sich, während die Abgeordneten gerade eine Sitzung im Parlament abhielten. Fernsehbilder zeigten, wie die Parlamentarier ihre Debatte fortsetzten, während draußen Schüsse zu hören waren. Parlamentspräsident Ali Laridschani bezeichnete die Angriffe als "nebensächliche Angelegenheit". Zuvor war dort von zwei Selbstmordattentätern die Rede gewesen. Die von Revolutionsgardisten und schiitischen Milizen in Syrien und dem Irak bekämpfte Terrormiliz hatte dem Iran wiederholt gedroht. Im März veröffentlichte die sunnitische Extremistengruppe ein Video auf Persisch, in dem sie drohte, den Iran zu erobern und "der sunnitischen muslimischen Nation zurückzugeben". Es wäre der erste Anschlag des IS im Iran. Er wollte zumindest einen Tag im Fastenmonat Ramadan im Mausoleum des verstorbenen Revolutionsführers Ayatollah Khomeini in Teheran verbringen und beten. Weitere Links zum Thema Irans gemäßigter Präsident Hassan Rohani erklärte dagegen, Terrorismus sei ein "globales Problem" und rief zu "regionaler und internationaler Kooperation und Einheit" im Kampf gegen Extremismus, Gewalt und Terrorismus auf.

Van den Woldenberg vom Deutschen-Orient Institut erklärt im Gespräch mit FOCUS Online: "Diese Frage ist zunächst mit dem sehr gut funktionierenden und weit in die Gesellschaft hineinreichenden Sicherheitsapparat im Iran zu beantworten". Auch Donald Trump bekundete sein Beileid - sprach zugleich aber eine Warnung aus. Laut Esfandiari rekrutiert der IS vor allem im Westen Irans in der Provinz Kermanschah, die an den Irak grenzt.

Der saudi-arabische Außenminister al-Jubeir, der eine Vorliebe für markige Töne hat, wurde am Mittwoch vom saudi-finanzierten Sender al-Arabyia damit zitiert, dass Iran für seine Einmischungen in der Region bestraft werden müsste. Zwar sind im Nordwesten des Iran kurdische Rebellen sowie im Südosten sunnitische Separatisten aktiv, doch begehen sie zumeist keine Angriffe in den Großstädten. "Dies ist ein Feuer, das (der Westen) selbst entzündet hat und nun gegen ihn zurückgeschlagen ist", sagte Chamenei.

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