Wenn der Kunde zur Last wird - Strafzinsen für Kleinsparer?

Volksbanken verlangen Strafzinsen

Nach einigen privaten Geldhäusern verlangen bereits verschiedene regional und überregional agierende Sparkassen und andere Banken von ihren Kunden Zinsen für deren Guthaben.

Damit wäre die Volksbank Reutlingen das erste Filialinstitut, das von Kleinsparern Geld dafür verlangt, dass diese ihre Ersparnisse zur Bank bringen.

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Die ersten Volksbanken erheben jetzt Negativzinsen für Sparer mit wenig Guthaben. "Wir sichern uns damit für mögliche Fälle für die Zukunft ab", sagte sie. "Sie schaffen lediglich die formalen, rechtlichen Voraussetzungen zum Beispiel für den Fall, dass ein Neukunde eine Million Euro bei uns anlegen will", erklärt das Institut auf Nachfrage. Davon gehen 25 Euro durch die Strafzinsen verloren.

Ungewöhnlich offen begründete der Vorstand der Volksbank Niederschlesien aus Görlitz die Entscheidung seines Hauses im vergangenen Jahr, mindestens fünf Euro für die Annahme von Tagesgeld auch bei kleinen Summen zu verlangen. "Preisaushänge müssen klar und wahr sein", sagt Kay Görner, Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Sachsen. Verbraucherschützer vermuten eine Abschreckungsstrategie dahinter. Spareinlagen sind für die Banken in dieser schönen neuen Finanzwelt schon länger kein Grund zur Freude mehr, sondern stellen eine möglichst zu vermeidende Belastung dar. Seit die Europäische Zentralbank die Zinsen künstlich niedrig hält, haben sie es schwer, mit dem Guthaben der Kunden noch Geld zu verdienen. Die Kosten dafür geben etliche Institute an Unternehmenskunden weiter. Dabei stellte sich heraus, dass immer mehr Institute auch Privatanleger mit Negativzinsen für ihre Einlagen belegen. In einer eiligst auf die Internetseite der Bank gesetzten Stellungnahme heißt es, dass derzeit "keine Negativzinsen von ‚Normal-Sparern'" erhoben würden. Traf es bisher nur Kunden, die hohe Geldbeträge ab 100.000 Euro auf dem Konto parkten, verlangt eine Volksbank in Baden-Württemberg nun schon Gebühren für Einlagen ab 10.000 Euro. Die Volksbank Baden-Baden, die Ethikbank und die Volksbank Eisenberg belegt Großanleger im Einzelfall mit Strafzinsen.

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