"Wunder-Thiem" fordert Sandplatz-Titan Nadal French Open

Am Mittwoch schaffte es Thiem, Djokovic mit seinen aggressiven Grundschlägen, aber auch guten Variationen unter Druck zu setzen. Auf Augenhöhe begegneten sich Thiem und Djokovic nur im 73-minütigen Auftaktsatz. In erster Linie freue er sich, wie im Vorjahr im Halbfinal zu stehen. Damals hatte er dort noch gegen Djokovic verloren.

Nadal gegen Thiem könnte auch die Endspielpaarung in Paris lauten, es ist das Aufeinandertreffen der besten Sandplatzspieler des Jahres. "Es war eine großartige Atmosphäre und hat sehr viel Spaß gemacht".

Einmal hat Djokovic in diesem Jahr dieses Feuer gezeigt: Beim Halbfinale in Rom pushte er sich von Beginn an und fegte Thiem mit 6:1, 6:0 vom Platz. Der Spanier profitierte in seinem Viertelfinale von der Verletzung seines Landsmannes Pablo Carreno Busta. Er werde jetzt nicht in Freudensprünge ausbrechen, schließlich sei er immer noch voll im Turniermodus.

Die heute 24-Jährige erinnert sich: "Unser damaliger Trainer Vlada Kolaric hat in den Ferien oft Spieler aus dem ehemaligen Jugoslawien hergeholt, die dann ganz normal mittrainiert haben".

Die Emotionen direkt nach dem Matchball waren da freilich intensiver. Durch den ersten French-Open-Coup, dem vierten Major-Titel nacheinander, hatte er im Mai 2016 seine Grand-Slam-Sammlung komplettiert. "Im Vordergrund war sicher die Freude, dass ich zum zweiten Mal in Folge hier das Semifinale erreicht habe".

Und auch Djokovic traut dem bodenständigen Thiem, der neben seinem deutschen Kumpel Alexander Zverev das Aushängeschild der "Next Generation" ist, den großen Wurf zu.

Der größte Sieg seiner Karriere war es aber dennoch auch wegen des Schauplatzes und der Turnierphase.

Im Spiel Nadal gegen Thiem treffen auch zwei der aktuell besten Vorhand-Spieler mit extremem Vorwärtsdrall aufeinander. "Das wird best of five nicht gehen". "A new star is born" war da zu lesen: "Damit kann ich nicht viel anfangen", meinte der bescheidene Thiem lächelnd. Eine Vorentscheidung sei am Ende des ersten Satzes gefallen, als Thiem das Tiebreak gewann und Djokovic anschliessend gleich den Aufschlag abnahm. Der Serbe hatte weder in der ersten Hälfte dieses Jahres noch in den ersten Matches in Paris überzeugt.

Was läuft mit der heutigen Gesellschaft falsch? Aber es waren sicher einige Schlüsselmomente in dem Match.

So richtig geglaubt habe er erst bei 3:0, 4:0 im dritten Satz, dass es tatsächlich klappen wird. Seit 1969 hatte es kein Spieler mehr geschafft, Titelträger aller vier Grand Slams zu sein. "Gerade gegen solche Leute ist das halt so gefährlich, wenn man selbst nur ein bisserl nachlässt". "Ich habe es von Anfang bis zum Ende, obwohl ich klar vorne war, gut durchgespielt". "Es ist ein Witz, wie schwer es ist, einen Slam zu gewinnen", gab der Österreicher zu Protokoll. "Das ist eine harte Frage". "Das war definitiv mein größter Sieg", sagte Thiem später vor versammelter Weltpresse. "Also ich hoffe, dass ich das verbessern kann", erklärte Thiem. Jetzt habe ich Novak geschlagen, am Freitag wartet Nadal. "Deswegen ist es so schwer einen Slam zu gewinnen". "Nein, ich sehe mich auf jeden Fall als Außenseiter". Die Bedingungen seien in Paris völlig verschieden und in Rom sei ihm alles aufgegangen. Unbeeindruckt von der eigenen Stärke und der Schwäche des Gegners hielt Thiem sein Service bis zum 6:3. Schon in Barcelona und Madrid hatten diese Protagonisten das Finale bestritten, dann folgte das Viertelfinale in Rom. "Es ist eine große Herausforderung, aber ich bin bereit dafür", versprach Djokovic. Natürlich nur, solange der Österreicher auf dem 5er die Bälle schlägt.

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