Gewinnspiel "Born To Be Blue" mit Ethan Hawke

Chet Baker im Münchner Jazz Club an der Leopoldstraße dem Domicile wenige Wochen vor seinem Tod

Genialer Musiker, schwierige Persönlichkeit: Ethan Hawke spielt die fragile US-Jazz-Ikone Chet Baker (1929-1988). Dem Leben dieses weißen Trompeters und Sängers nähert sich nun die filmische Biografie "Born To Be Blue", die der kanadische Regisseur Robert Budreau inszeniert hat und die einen kurzen Ausschnitt aus Bakers Leben frei nachzeichnet; und zwar die 60er Jahre, als der Musiker Anfang 30 war. Auch seine Sucht und seine Songs versteht sie nicht. Chet verliebt sich, sie glaubt an ihn, er schöpft neue Kraft.

"Born to Be Blue" (Regie: Robert Budreau) läuft in Freiburg.

1966 ist Jazztrompeter Chet Baker (Ethan Hawke) an einem Tiefpunkt in seinem Leben. Zu den eindringlichsten Szenen zählen Begegnungen mit dem Rivalen Miles Davis im New Yorker Jazzclub Birdland, vor allem aber jene Auftritte, in denen der traurige Held nicht nur spielt, sondern auch singt. Bei einem Besuch bei seinen Eltern im ländlichen Oklahoma zeigt Bakers Vater seine volle Verachtung - und verständlich, wieso sein Schaffen von dem Gefühl tiefer Trauer und Einsamkeit durchzogen ist.

Ein großartiger Film! Für alle, die Musik lieben. Was diese Darstellung aber unterschlägt, ist, dass der Musiker bekannt dafür war, seine Ehefrauen und Freundinnen zu schlagen.

Durch den Kniff erscheint es dann auch plausibel, dass der 46-jährige Ethan Hawke in diesen Szenen einen wesentlich jüngeren Baker verkörpert. Das Instrument sei Teil seines Lebens und seiner Seele gewesen, so Hawke. Mit seinem sicheren, kühlen, lasziv lockenden Ton ist er der wahre Erfinder des Cool Jazz - ein halbes Jahrzehnt, bevor Miles Davis mit Birth of the Cool dem Genre das bekannteste Album schenkt. Mehr wie eine Jazz-Improvisation hat Budreau seine komplexe Geschichte angelegt, die sich - wie schon Cheadles "Miles Ahead" - elegant zwischen Fakten und Fiktion bewegt. So plante Produzent Dino De Laurentiis einst wohl tatsächlich, einen Film über Bakers Leben zu drehen, in dem dieser sich selbst spielen sollte. Das High von Chet Baker mag der Film aber nicht erzählen. Und "Born To Be Blue" setzt bei einem absoluten Tiefpunkt ein. In seinen Worten mochte Herablassung stecken gegenüber dem sonnigeren West-Coast-Jazz und vielleicht Neid über die Begeisterung, die der "James Dean des Jazz" bei den weißen Backfischen auslöste. "Born To Be Blue" geht mit solchen biografischen Details allerdings sehr locker um, und Ethan Hawkes Performance erschafft ein ganz eigenes Bild der historischen Figur, die weder etwas mit einem Hollywood-Jazzer-Klischee noch mit dem realen Junkie aus Bruce Webers Dokumentarfilm viel zu tun hätte: einen charmanten, träumerischen, unsteten, etwas großmäuligen Antihelden, der gerne high ist und seine Schwächen kennt. Die Droge erweitert auch Bakers musikalischen Horizont, zumindest redet er das sich ein: "Nicht nur die Zeit dehnt sich, ich kann in jede einzelne Note hineinkriechen."Trotzdem kämpft er lange mit Methadon gegen die Sucht an".

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