Katalonien kündigt für Herbst Unabhängigkeitsreferendum an

Im Oktober sollen sich die Katalanen erneut über eine mögliche Unabhängigkeit von Spanien äussern können. Bei einer symbolischen Abstimmung 2014 stimmten mehr als 80 Prozent von ihnen für die Unabhängigkeit

Erst im März demonstrierten aber auch Tausende Katalanen gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen und forderten: "Stoppt den separatistischen Staatsstreich!"

In Katalonien soll es am 1. Oktober ein Referendum über die Unabhängigkeit von Spanien geben. Gegen den Widerstand der Zentralregierung in Madrid setzte Kataloniens Regionalpräsident Carles Puigdemont am Freitag die Volksabstimmung über die Loslösung von Spanien an.

Barcelona. Gerard Piqué, Xavi, Pep Guardiola: Die Liste der ruhmreichen Spieler der katalanischen Fußballauswahl ließe sich noch um weitere berühmte Kicker ergänzen. Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte wiederholt erklärt, dass die Regierung eine Abspaltung unter keinen Umständen zulassen werde.

Puigdemonts Vorgänger Artur Mas hatte bereits im November 2014 einen symbolischen Volksentscheid zu dem Thema durchführen lassen, obwohl dies vom Verfassungsgericht verboten worden war.

In einer auf Katalanisch gehaltenen Rede in Barcelona gab Puigdemont die Frage des Volksentscheids an: "Möchten Sie, dass Katalonien eine unabhängiger Staat im Form einer Republik sein soll?" In Katalonien leben mehr als sieben Millionen Menschen. "Laut der spanischen Verfassung hat eine autonome Region weder das Recht, sich einseitig unabhängig zu erklären, noch ein Unabhängigkeitsreferendum durchzuführen", erklärte der Verfassungsrechtler Joan Luis Francesc im APA-Gespräch. Die Justiz argumentierte, dass dabei über eine Frage abgestimmt werden solle, die die Einheit des Landes betreffe - und das falle nicht in den Kompetenzbereich der Regionalregierung. Eine Mehrheit der Katalanen wünscht sich aber ein Referendum.

Das Abhalten des Referendums wird laut Umfragen von drei Vierteln der Einwohner Kataloniens befürwortet. Befolgen sie die Anordnungen, geraten sie in Konflikt mit dem spanischen Gesetz, was ihnen sogar ihre Stelle kosten könnte.

Bei den Regionalwahlen in Katalonien 2015 hatten die separatistischen Parteien klar gewonnen und den Sieg als "Mandat zur Unabhängigkeit" interpretiert. Mas war von 2010 bis 2016 Regionalpräsident von Katalonien. Die wirtschaftlich starke Region bekam in den 70er Jahren Autonomierechte zugesprochen.

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