Nachwahlbefragungen: Britische Tories verlieren absolute Mehrheit im Unterhaus

Dämpfer von den Wählern Die britische Ministerpräsidentin Theresa May

Der künftige Premierminister wird jedoch wohl weniger Stimmen brauchen. Die konservative Partei werde voraussichtlich als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgehen, sagte die 60-Jährige, die extrem blass wirkte.

Die Liberaldemokraten kommen auf 13 Sitze. Am Morgen gegen 6 Uhr (MESZ) waren die meisten Sitze ausgezählt.

Weder die Konservativen noch die oppositionelle Labour-Partei hatten am Freitagmorgen eine Chance, mehr als die Hälfte der 650 Wahlkreise für sich zu gewinnen.

Elmar Brok, Brexit-Beauftragter der EVP im Europaparlament, sagte unmittelbar nach der ersten Prognose im ZDF, er erwarte bei einem solchen Ausgang erschwerte Brexit-Gespräche.

Im Wahlkampf konnte Labour-Chef Jeremy Corbyn mächtig zulegen. Sie sind zwar weiterhin stärkste Kraft, verloren aber ihre absolute Mehrheit. Sie müsse abtreten und Platz machen für eine "wirklich repräsentative Regierung".

Mit der vorgezogenen Neuwahl hat die britische Premierministerin Theresa May ihrem Land kurz vor Beginn der Brexit-Verhandlungen eine Phase der Instabilität beschert. Zeitweise wurde in der Nacht ihr Rücktritt nicht mehr ausgeschlossen. Den Nachwahlbefragungen zufolge, die mehrere Sender am Donnerstagabend unmittelbar nach Schließung der Wahllokale veröffentlichten, verloren die Konservativen 16 Sitze.

Wieder ein politisches Erdbeben in Großbritannien: Das Wahlergebnis ist eine Schlappe für die.

Der frühere Finanzminister George Osborne, der unter May im vergangenen Jahr seinen Posten verloren hatte, stellte als einer der ersten die Zukunft der Premierministerin in Frage. "Wenn sie ein schlechteres Ergebnis als vor zwei Jahren hat und fast keine Regierung bilden kann, dann bezweifle ich, dass sie auf lange Sicht Parteichefin der Konservativen bleiben wird".

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon forderte eine Abkehr vom Konzept des "harten Brexit". Der ehemalige Chef der EU-feindlichen Partei Ukip, Nigel Farage, twitterte: "Wie auch immer das wirklich ausgeht, die Konservativen brauchen einen Anführer, der an den Brexit glaubt". Der 40-Jährige wurde in seinem Wahlkreis nur Dritter.

Auf Großbritannien könnten komplizierte Koalitionsverhandlungen zukommen. Die Liberaldemokraten schlossen noch in der Nacht aus, als Koalitionspartner zur Verfügung zu stehen. Allerdings könnten die Konservativen auch ohne Mehrheit regieren, wenn sie für wichtige Gesetze und den Haushalt von der nordirischen Unionisten-Partei DUP unterstützt werden. "Natürlich werden wir mit ihnen (den Konservativen) über ihren Wunsch sprechen, eine Regierung zu bilden", sagte DUP-Politiker Jeffrey Donaldson der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. Bei der Parlamentswahl vor zwei Jahren gewann die DUP acht Sitze.

Die Entscheidung zu Neuwahlen war zu einem Zeitpunkt gefallen, als Mays Tory-Partei in Umfragen deutlich vorn lag. May patzte aber im Wahlkampf: Sie trat in der Öffentlichkeit hölzern auf, löste einen Streit um geplante finanzielle Einschnitte bei Rentnern aus und verweigerte gemeinsame Fernsehduelle mit Corbyn. Im Wahlkampf wurde May jedoch angekreidet, dass mit ihrer Mitwirkung als Innenministerin seit 2010 rund 20.000 Stellen bei der Polizei gestrichen worden waren. Corbyn versprach hingegen 10.000 zusätzliche Polizisten. Mit dem Urnengang wollte sie sich ein starkes Mandat für die Brexit-Verhandlungen verschaffen, die bereits am 19. Juni beginnen sollen. Die Konservative betonte, Großbritannien werde die EU eher komplett ohne Einigung verlassen, als einen "schlechten Deal" zu akzeptieren. Für die Mehrheitsverhältnisse ebenfalls entscheidend ist bei diesen knappen Ergebnissen außerdem, dass die sieben Abgeordneten der irischen Sinn Féin ihre Sitze im Parlament in Westminster nicht einnehmen. Labour holte damals 232 Sitze. Schottlands Nationalpartei SNP verliert demnach deutlich. Sie kämpfen als einzige landesweite Partei für den Verbleib in der EU.

In Großbritannien gilt das Mehrheitswahlrecht.

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