Trinkwasserpreise könnten um 45 Prozent steigen!

Hannover in ein Glas

Sollte die Belastung nicht bald sinken, müssten die Wasserversorger zu teuren Reinigungs- und Aufbereitungsmethoden greifen. Auf genau diese Art versucht das Umweltbundesamt auf ein Problem aufmerksam zu machen, dass seit langem bekannt ist - und doch in der Öffentlichkeit nur als Randaspekt wahrgenommen wird. Das komme einer Preissteigerung von 32 bis 45 Prozent gleich.

Als Folge der hohen Nitratbelastung und der notwendigen Aufbereitung des Wassers droht eine drastische Verteuerung für den Endverbraucher, sprich: für Haushalte in Deutschland. Bereits zu Jahresbeginn hatte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft ebenfalls vor deutlich steigenden Wasserpreisen gewarnt.

Grund ist die hohe Nitratbelastung, die aus einer Studie des Umweltbundesamtes hervorgeht. Besonders in Gebieten mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen sei das Grundwasser häufig durch zu viel Stickstoff belastet. In Gewässern fördert sie Algenwachstum, was anderen Pflanzen schadet. Außerdem steht Nitrit im Verdacht, indirekt krebserregend zu sein. Dazu gehören Obergrenzen für Stickstoffeinträge in Gebieten mit kritischen Wasserwerten und längere Zeiträume, in denen keine Düngemittel ausgebracht werden dürfen.

Die Politik hat nach jahrelangem Ringen reagiert und im Frühjahr strengere Düngeregeln beschlossen. Für die Stickstoff- und Phosphatdüngung in der Nähe von Gewässern sollen Abstände ausgeweitet werden, die frei bleiben müssen. Umgekehrt können dort Auflagen gelockert werden, wo die Werte unbedenklich sind.

Umweltschützern und den Wasserversorgern geht das nicht weit genug. "Was bislang von der Bundesregierung in punkto Düngerecht auf den Weg gebracht wurde, reicht nicht aus, um die drohende Kostenbelastung für die Verbraucher zu verhindern". Das hatte untersucht, welche - uns normalerweise verborgen bleibenden, weil nirgendwo transparent dargestellten - Kosten für die Trinkwasserbereitstellung dadurch entstehen, dass Nährstoff- und Pflanzenschutzmittel-Einträge - etwa Nitrat aus Kunstdünger - aus der Landwirtschaft in das Grundwasser gelangen. Weitere Links zum Thema Das fordern neben dem BDEW auch der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) und Umweltschützer. Und die Reinigung von mit Nitrat belastetem Grundwasser in Deutschland kann am Ende zwischen 580 und 767 Millionen Euro pro Jahr kosten. Die Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace, Christiane Huxdorff, erklärte: "Die Konsequenz sollte lauten: weniger Billigfleisch produzieren, die Düngegesetze deutlich verschärfen und wirksam kontrollieren". "Das ist ungerecht und stellt das Verursacherprinzip auf den Kopf". Die Kosten dafür könnten laut Umweltbundesamt künftig die Verbraucher tragen.

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