Etihad sagt Kooperation mit Tui ab

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Auch nicht mit staatlichen Bürgschaften, an die die Politik hoffentlich nicht ernsthaft denkt. Gewerkschafter verlangen Klarheit über den weiteren Kurs. Das geschieht vorrangig, damit die ausländischen Konkurrenten nicht zum Zuge kommen und um den Kauf vorzubereiten.

Unterdessen spitzt sich die Lage bei Air Berlin zu. Mögliche Bürgschaften für weitere Bankkredite an die schwer angeschlagene Airline sind politisch umstritten. Ob diese gewährt werden, ist derzeit noch nicht klar. Zum laufenden Prüfungsverfahren wollten sich die Wirtschaftsministerien von NRW und Berlin auf Anfrage nicht äußern. Auch von Etihad war diesbezüglich zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. "Im Fall von Air Berlin ist eine unternehmerische Perspektive noch nicht sichtbar", sagte Lindner. Das Land werde mit dem Bund die Bürgschaftsanfrage "sorgfältig prüfen". Falls das Kartellamt Einwände hat, müsste Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries zum Mittel der Ministererlaubnis greifen, wenn sie sich als Retterin von rund 8500 Arbeitsplätzen feiern lassen will. Zudem belasten Schulden von inzwischen mehr als einer Milliarde Euro die Airline schwer. Das Unternehmen wird gerade überstürzt umgebaut, dadurch hat es sich selbst in Turbulenzen gebracht, wegen Personalmangels müssen immer wieder Flüge gestrichen werden. Beschäftigte berichten von Chaos in der Personalplanung. Der Airberlin-Gesellschafter strebt offenbar eine Gesamtlösung für Airberlin und deren Tochter Niki an, die das Ferienfluggeschäft der hoch verschuldeten Beteiligung übernommen hat.

Was steckt hinter dem gescheiterten Deal?

"Insofern hat Etihad entschieden, die Verhandlungen mit uns nicht fortzuführen und die Vereinbarung aus dem Dezember 2016 nicht zu erfüllen; das ist bedauerlich, aber nicht zu ändern", teilt der TUI-Vorstand seinen Mitarbeitern mit. Wie es nach der Übernahme mit Niki weitergehen wird, ließ Etihad offen.

Der deutsche Reisekonzern TUI und Air Berlin-Großaktionär Etihad haben den Plan für einen gemeinsamen Ferienflieger begraben.

Was sind jetzt die nächsten Schritte?

Die Geduld von Etihad ist nun aber erschöpft. Dafür sind bereits vor Monaten 300 Millionen Euro von Etihad an die notleidende Air Berlin geflossen. Sie ist einerseits mit einem 29,2 Prozent starken Aktienpaket Großaktionär bei Air Berlin. Euro ist sie theoretisch längst pleite, bisher führten das Geld und die Garantien von Etihad zu einer positiven Fortführungsprognose. Ein "tragfähiges Zukunftskonzept" sei die Mindestvoraussetzung für die Gewährung solcher Hilfe, hieß es vom Bundeswirtschaftsministerium.

Wie könnte eine Rettung aussehen?

Komplizierte Verhandlungen stehen nun bevor. Das habe "keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb der Air Berlin Group".

Welche Rolle spielt die Lufthansa?

Hier will man den Eindruck vermeiden, dass die Air-Berlin-Übernahme schon beschlossene Sache mit politischer Rückendeckung sein könnte und der Ex-Lufthanseat und heutige Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann den Laden nur über den Termin der Bundestagswahl im September bringen soll. Erst jetzt wurde dem Gremium offenbar bewusst, dass Etihad bei der Tuifly/Niki-Fusion hätte Etihad fast einseitig das wirtschaftliche Risiko tragen sollen, wie aus den Vertragsentwürfen hervorgeht.

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