Syrien: Anti-IS-Allianz rückt in Raqqa weiter vor

SDF rückt langsam vor

Kämpfer des kurdisch-arabischen Bündnisses SDF sind nach eigenen Angaben in die syrische Dschihadistenhochburg Raka eingedrungen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte, dass das Bündnis mehrere Gebäude in Al-Mashleb eingenommen habe.

Die von den USA gestützten Kämpfer gegen die Dschihadistenmiliz IS sind am Mittwoch beim Einmarsch in die syrische IS-Hochburg Raka auf heftigen Widerstand gestoßen. Seitdem gelang es dem Bündnis aus kurdischen und arabischen Kämpfern mit Unterstützung der US-Armee die Stadt weitgehend abzuriegeln. "Alle Staaten", die derartige Einsätze flögen, müssten "viel sorgfältiger darauf achten, zwischen legitimen militärischen Zielen und Zivilisten zu unterscheiden", erklärte UN-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad Al Hussein.

Ankara betrachtet die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die das Rückgrat des SDF-Bündnisses bilden, wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der Türkei als Terrororganisation. Bei den Gefechten in Wohngebieten im Westen und Osten der Stadt meldeten die Truppen der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) Geländegewinne.

Die ganze Nacht andauernde Luftangriffe der US-geführten Anti-IS-Allianz bereiteten die Offensive auf Raka vor. Trotz der Proteste Ankaras halten die USA aber am Bündnis fest, da sie die SDF als effektive Kraft im Kampf gegen die IS-Miliz schätzen. Laut der Anti-IS-Koalition sind bereits knapp 200.000 Menschen aus Raka geflohen. Der Kommandant der US-geführten Allianz gegen den IS, Steve Townsend, erklärte, der Angriff auf Raqqa werde den Dschihadisten und ihrer Idee des "Kalifats" einen "entscheidenden Schlag" versetzen.

Die SDF riefen die Zivilisten in der Stadt auf, sich von den IS-Stellungen und der Front zu entfernen.

In der Großstadt lebten zuvor 300.000 Menschen. Die Nichtregierungsorganisation International Rescue Committee befürchtet, dass der IS die Zivilisten als menschliche Schutzschilder missbrauchen könnte. Die IS-Miliz hatte zuletzt deutlich an Boden verloren und steht auch vor dem Verlust ihrer letzten irakischen Hochburg Mossul.

Raka war im März 2013 an Rebellen gefallen, die jedoch Anfang 2014 von Dschihadisten vertrieben wurden, die sich später als IS-Miliz formierten und im Juni 2014 Raka zur Hauptstadt ihres "Kaliphats" erklärten.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle steht gegen Assad kämpfenden Rebellen nahe. Die oppositionsnahen Aktivisten stützen sich auf ein Netzwerk von Informanten vor Ort. Von unabhängiger Seite können sie kaum überprüft werden.

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