Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an Atwood

Margaret Atwood

Zuletzt erhielten die deutsche Journalistin Carolin Emcke (2016), der Schriftsteller Navid Kermani (2015), der US-amerikanische Informatiker Jaron Lanier (2014) und die weißrussische Autorin Swetlana Alexijewitsch (2013) den Friedenspreis. Das teilte der Vorsteher des Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, am Dienstag mit.

Auch über ihr künstlerisches Schaffen hinaus engagiert sich Atwood politisch und gesellschaftlich, etwa als Umweltaktivistin.

Margaret Atwood, geboren am 18. November 1939 im kanadischen Ottawa, gilt als wichtigste und erfolgreichste Autorin Kanadas. Ihr Werk besteht aus Romanen, Kurzgeschichten, Essays, Lyrik, Theaterstücken, Drehbüchern und Kinderbüchern.

In ihren literarischen und essayistischen Werken setzt sich Atwood intensiv mit gesellschaftlichen und politischen Fragen auseinander. "Indem sie menschliche Widersprüchlichkeiten genau beobachtet, zeigt sie, wie leicht vermeintliche Normalität ins Unmenschliche kippen kann", heißt es in der Begründung der Jury.

Einer großen Öffentlichkeit bekannt wurde Atwood 1985 mit ihrem utopischen Roman "Der Report der Magd". Darin beschreibt sie in der Tradition George Orwells eine totalitäre Gesellschaft, in der Frauen als Gebärmaschinen benutzt und unterdrückt werden. Ihr Essay "Payback. Schulden und die Schattenseiten des Wohlstands" (2008) thematisiert die Voraussetzungen und Folgen der weltweiten Finanzkrise. Auf Deutsch erschienen zuletzt in diesem Jahr ihre Romane "Hexensaat" und "Das Herz kommt zuletzt". 2017). Ende 2017 wird der Essayband "Aus Neugier und Leidenschaft" veröffentlicht, in dem der schriftstellerische Kosmos von Margaret Atwood mit Rezensionen, Reisebereichten, Schriften zu ökologischen Themen und Erzählungen vorgestellt wird.

Der mit 25.000 Euro dotierte Friedenspreis geht laut Statut an Persönlichkeiten, "die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen" haben. Der Preis wird seit 1950 an Schriftsteller, Philosophen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland vergeben. Der Preis wird auf der Frankfurter Buchmesse am 15. Oktober in der Paulskirche in Frankfurt verliehen, wo 1848 die für die demokratische Entwicklung Deutschlands bedeutende Nationalversammlung tagte.

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