Merkel spricht in Mexiko über Trumps Handelspolitik

Im Mittelpunkt der Gespräche mit Präsident Enrique Peña Nieto dürfte auch die Handelpolitik von US-Präsident Donald Trump stehen. Am späten Freitagabend mitteleuropäischer Zeit landete Merkel in Mexico-City. "Beeindruckend ist der Weg, den Sie mit Ihrem Land, mit Ihrer Wirtschaft gehen, einen Weg der Öffnung", sagt Merkel.

Der mexikanische Präsident Enrique Pena Nieto hat zugesagt, die Interessen ausländischer Firmen im Land bei einer Neuverhandlung des Nafta-Abkommens zu schützen.

Merkel hat mit Macri und Peña Nieto Bündnispartner beim Bestreben, den Freihandel zwischen der EU mit Deutschland an der Spitze und Südamerika voranzutreiben. Gleichzeitig hätte Mexiko laut Merkel gute Gründe, sich auch für den europäischen Markt zu interessieren. Sie besucht des weiteren den Park der Erinnerung, wo der 30.000 Opfer der argentinischen Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983 gedacht wird. Merkel erklärte die Bereitschaft ihres Landes, Mexiko bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität zu helfen. Dort gibt es viel Kritik an US-Präsident Trump.

Die moderne, digitale Industrieproduktion sei eine große Herausforderung, biete aber auch Chancen, sagte Merkel.

Merkel äußerte die Hoffnung auf einen baldigen Abschluss eines Freihandelsabkommens zwischen Europa und dem südamerikanischen Wirtschaftsbund Mercosur, mit den beiden Schwergewichten Brasilien und Argentinien. "Arbeitnehmer müssen lebenslang weiterlernen", sagte Merkel.

Über 1900 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung sind in Mexiko registriert, darunter Industrieriesen wie VW, BASF und Bayer. Gemeinsam beschäftigen sie rund 120.000 Mitarbeiter und erwirtschaften rund acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im Gegenteil: Je stärker die Polarisierung zwischen ihr einerseits sowie dem russischen, dem chinesischem und auch dem amerikanischen Präsidenten andererseits wahrgenommen wird, umso schwieriger wird es für die Kanzlerin sachlich über die ohnehin schwierigen Themen mit diesen Staatsoberhäuptern zu verhandeln, da dann auch die ideologische Frage mitschwingt.

Wie in Argentinien erhielt Merkel bei ihrem Besuch in Mexiko breite Unterstützung für ihre Ziele beim Klimaschutz und einem freien Welthandel. Zudem droht er mit Strafzöllen, auch für in Mexiko produzierende deutsche Autobauer. Das Handelsvolumen beträgt knapp 18 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Trump gefährdet mit seiner protektionistischen Handelspolitik und dem Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen wesentliche Ziele Merkels beim G-20-Treffen der großen Industrie- und Schwellenländer Anfang Juli in Hamburg.

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